Moorsee - Schlechtes Wetter gibt es nicht, obwohl ein freundlich-warmer Sommertag natürlich wesentlich angenehmer wäre. „Aber es kommt immer drauf an, was man draus macht,“ sagt Maximilians Mama, „wir lieben die Nordsee, des Wetters und der Gezeiten wegen.“
Die Clages kommen aus Hildesheim und haben für zehn Tage ein Ferienhaus in Burhave gemietet. Am Sonnabend wateten sie im Watt, und Maximilian (5) sprang in jede Pfütze. „Er kam als Moorpackung wieder raus, voller Schlamm bis in die Ohren hinein,“ schmunzeln Oma und Opa.
Mit dem Rad querfeldein
„Wir fuhren mit dem Rad querfeldein, tobten am Piratenstrand und machten später Halt im Klettergarten. Es war ein super Tag,“ erzählen Carolin (6) und Hanna Rasper (10) aus Melle bei Osnabrück. Gemeinsam mit ihren Eltern verbringen sie den Urlaub in einer Feriensiedlung in Tossens.
Florian Marth (4) kommt aus dem Sauerland und erlebt Butjadingen zum ersten Mal. Für seine Mutter Kristina jedoch ist’s ein Déjà-vu: „Als Kind war ich schon einmal hier gewesen. Und schon damals fand ich diesen Küstenstreifen toll“, erinnert sie sich. Für eine Woche sind die beiden in Waddens eingezogen. „Wir haben gestern im Strandkorb gefaulenzt, in der Nordsee-Lagune geplanscht und Burgen im Sand gebaut.“
Gestern war ja auch feinstes Wetter gewesen, heute dagegen sehen die Wolken am Himmel eher bedrohlich aus. Als Alternativ-„indoor“-Aktivität bietet sich der Mitmach-Tag in der Schaubäckerei der Moorseer Mühle an. Immer dienstags und mittwochs wird vormittags ab 11 Uhr gemeinsam gebacken.
Heute treffen sich hier die drei Familien rein zufällig. Und vier andere sind auch schon da. Traute Luga und Maren Heinen-Gahr vom Museumsteam begrüßen sie herzlich, binden sich die Schürzen um – und schon kann’s losgehen.
Zunächst zur Theorie: „Weizen brauchen wir beispielsweise für Brot, Bier und Nudeln. Mais als Futtermittel und für Cornflakes, Hafer für die Pferde, für Haferflocken und Müsli.“ Auch Roggen und Gerste schauen sich die Museumsgäste an, fassen die Ähren an, zerreiben sie zwischen Daumen und Zeigefinger.
Mit der Hand mahlen
Den Anbau des Getreides und seine Ernte erleben sie später ganz spielerisch: „Das ist unser Fuhrpark“, sagt Traute Luga lachend und zeigt auf eine ganze Palette mit Siku-Fahrzeugen. An Handmühlen wird im Museum dann das Getreide gemahlen. Und fertig ist das Mehl.
Nach der Theorie die Praxis: Da es zu lange dauern würde, den Hefeteig anzusetzen, hat Maren Heinen-Gahr ihn schon zubereitet. Jetzt wird er in der Brötchenpresse zu 30 Teiglingen gequetscht. „Das ist immer ein Aha-Erlebnis,“ weiß Traute Luga.
Am langen Museumstisch darf später drauflosgeknetet werden. Ob Brezel, Seestern, Krabbe oder Schnecke – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Nur eine Figur ist für alle Pflicht: die „MMMMM“, die Moorseer Museums-Mühlen-Maus Moni.
