• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

MUSIK: Amerikanerin erobert Männerdomäne

23.07.2005

BERLIN Pamela Rosenberg, 1945 in Los Angeles geboren, hat ihr Handwerk in Europa perfektioniert. In ihrer Heimat bewies sie Mut zur Innovation.

Von Esteban Engel BERLIN - Die Berliner Philharmoniker und andere Spitzenorchester galten Jahrzehnte als ziemlich geschlossene Männerdomäne. Noch Herbert von Karajan gab nach einem Streit mit den „Berlinern“ um die Berufung der Klarinettistin Sabine Meyer sein Amt ab. Mit der Ernennung der Amerikanerin Pamela Rosenberg zur Intendantin tritt (wie berichtet) nun erstmals eine Frau an die Management-Spitze des 1882 gegründeten Orchesters.

Die 1945 geborene Amerikanerin, seit 2001 Generalintendantin der San Francisco Opera, nimmt nach Aussage von Chefdirigent Sir Simon Rattle „einen komplizierten Job“ an. Es sei möglich, dass Kandidaten „das sehr große Selbstbewusstsein“ und die demokratische Organisation des Orchesters scheuten, hatte der Brite noch vor wenigen Wochen die lange Intendanten-Suche begründet. Nach dem überraschenden Rücktritt von Franz-Xaver Ohnesorg war der Posten drei Jahre lang vakant.

Rosenberg war zuletzt für mehrere Chefsessel im europäischen Musikbetrieb im Gespräch: Ob bei den Salzburger Festspielen, der Deutschen Oper Berlin, der Berliner Opernstiftung oder der Münchner Staatsoper – immer wieder fiel der Name der Amerikanerin, die als eine der profiliertesten Kultur-Managerinnen der USA gilt.

Dabei hatte Rosenberg, die in Los Angeles geboren wurde, ihr Handwerk in Europa perfektioniert, unter anderem an der Nederlandse Oper in Amsterdam, dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und der Frankfurter Oper. Als Ko-Intendantin von Klaus Zehelein in Stuttgart (1991–2000) leitete sie eines der erfolgreichsten bundesdeutschen Opernhäuser mit.

Im August 2001 kehrte Rosenberg in ihre Heimat zurück, um das Opernhaus in San Francisco zu übernehmen. Dort sorgte sie mit Themenschwerpunkten für eine Erneuerung des Repertoires. „Das Faust-Projekt“ oder „Vom Märchen zum Albtraum“ – mit solchen Programmtiteln setzte sie vor allem moderne und zeitgenössische Opern durch. Dieser Mut zur Innovation wird Rosenberg in Berlin zugute kommen. Seitdem Rattle vor drei Jahren die Leitung des Orchesters übernommen hat, betreiben die Philharmoniker mit sehr viel Energie und Sponsorgeld ein „Education“-Programm für Jugendliche. Den Erfolg dokumentiert der preisgekrönte Kinofilm „Rhythm is it!“, der die Arbeit des Orchesters mit Jugendlichen für Strawinskys Ballett „Le Sacre du Printemps“ zeigt.

Offen ist, ob Rosenberg engagiert wird, um künstlerische Akzente zu setzen oder mit ihrer US-Erfahrung vor allem private Geldgeber an das Orchester binden soll. Zwar erleben die Philharmoniker unter Rattle immer wieder rauschende Erfolge. Kritiker vermissen aber zunehmend eine einheitliche künstlerische Handschrift in der „Berliner Orchesterrepublik“. Nach „Old Europe“ kehrt die verwitwete Rosenberg aber auch zurück, weil sie ihren Kindern und Enkeln in Frankfurt und Berlin wieder näher sein möchte.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.