Jever - Sie hat lange einen Hof bewirtschaftet, hat im Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester Menschen geholfen und hat sogar einen Kindergarten gegründet. „Ich habe schon immer gerne mitgemischt“, scherzt Anna Nannen, geborene Gerdes. An diesem Donnerstag, 21. Mai, wird sie 95 Jahre alt – und kann auf ein bewegendes Leben zurückblicken.

1920 in Edoburg bei Accum geboren, wuchs Anna Nannen auf dem Hof ihres Vaters auf. Nach der Schule begann sie zunächst eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Danach besuchte sie die Landfrauenschule in Helmstedt. „Viele fröhliche Stunden haben wir gehabt“, erinnert sich Anna Nannen. Mit ihrer damaligen Klassenkameradin ist sie immer noch befreundet.

Bis 1944 absolvierte Anna Nannen eine weitere Ausbildung als Krankenschwester und wurde im Krieg zum Deutschen Roten Kreuz eingezogen. Unter anderem war sie in Königsberg, Oldenburg, und Hamburg eingesetzt. „In Hamburg erlebte ich auch meinen ersten Bombenangriff“, erzählt Anna Nannen: „Wir waren zur Evakuierung eines Kinderkrankenhauses eingesetzt – überall brannte es.“

Nach dem Krieg lernte sie Bernd Nannen kennen, den sie 1950 heiratete. Ein Jahr später kam Tochter Anke zur Welt, einige Jahre später nahm sie Pflegesohn Volkert auf.

Im Herbst 1971 kam Anna Nannen auf die Idee, in Möns in einem stillgelegten Schulgebäude einen Kindergarten einzurichten. „Und einer meiner Schützlinge ist der heutige Bürgermeister Jevers Jan Edo Albers“, berichtet Anna Nannen lächelnd.

Neben ihrer Liebe zum Sport, hat die heute 95-Jährige auch stets gerne Theater gespielt. „In unserem Dorf habe ich 1987 mit ein paar lustigen Frauen eine Theatergruppe gegründet. Besonders plattdeutsches Theater kam bei den Dorfbewohnern gut an.“

Um auch ihren Enkelkindern einen Blick in ihr Leben zu geben, schrieb Anna Nannen sogar eine eigene Chronik. Ihren 95. Geburtstag feiert sie mit ihrer Familie. „Es sind freundliche, liebe Menschen um mich herum, die gut auf mich aufpassen.“