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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Anohnis Schmerz

03.05.2016

Hamburg Sechs Jahre nach „Swanlights“ bringt Antony Hegarty als Transgender Anohni ein neues Album heraus. „Hopelessness“ erscheint am Freitag (6. Mai) und bricht mit dem Sound, den man von den Platten ihrer Band Antony and the Johnsons bisher kannte: Dance statt Kammermusik, Electro statt Barock. Bereits seit Jahren lebe sie privat als Anohni, sagt die britische Sängerin der BBC.

Auf ihrem musikalischen Debüt als Frau sind Innerlichkeit und Identitätsfragen politischen Statements gewichen: Es geht um Klimawandel, Drohnenkrieg und Todesstrafe. Doch eines hat die Platte mit Vorgängern wie „I Am A Bird Now“ gemeinsam: den Schmerz.

Das fantastische „Drone Bomb Me“, in dem leichte Dance-Beats auf radikale Brutalität treffen, sei „ein Liebeslied aus der Perspektive eines neunjährigen afghanischen Mädchens, dessen Familie von einer Drohne getötet wurde“, erklärt die 1971 geborene Sängerin den Album-Opener. Supermodel Naomi Campbell bewegt im Video wie ein Orakel die Lippen zu Anohnis eindringlicher Stimme: „Blas mir den Kopf weg, lass meine kristallnen Eingeweide explodieren.“

Anohni komponiert Popmusik, die herausfordert. „Ich muss Songs schreiben, die so scharfe Zähne haben wie meine Gedanken“, sagt sie. Erderwärmung („4 Degrees“), Totalüberwachung („Watch Me“), enttäuschte Hoffnung („Obama“): „Hopelessness ist ein trauriges Album mit optimistischem Sound. Ein Tanz in den Untergang.

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