An die guten alten Zeiten vorm Fernsehgerät dürften sich viele Besucher beim Ganderkeseer Faschingsauftakt am Dienstagabend in Immer erinnert haben: „Dalli Dalli“, das legendäre ZDF-Ratespiel, wurde auf der Bühne im Gasthof Witte nachgespielt. „Das wird heute kein klassischer Showabend, wie Sie es sonst kennen“, stimmte Moderator Markus Weise in der Rolle des Hans Rosenthal das erwartungsvolle Publikum gleich zu Beginn der Show auf den „etwas anderen“ Sessionsauftakt ein. Viel zu lachen gab es aber auch diesmal wieder zum Start in Ganderkesees „fünfte Jahreszeit“, wenngleich manche Besucher das Quiz-Ende gar nicht abwarten konnten, weil sie endlich ihre neuen Prinzregenten kennenlernen wollten.

Zuvor machten sie aber Bekanntschaft mit einigen prominenten Gästen, deren Erscheinen ebenfalls bis zuletzt geheim gehalten wurde. So war die Überraschung groß, als zunächst Niedersachsens FDP-Vorsitzender Dr. Philipp Rösler und später auch noch Werder Bremens Co-Trainer Wolfgang Rolff mit Mediendirektor Tino Polster die Bühne betraten. Während Letzterer sich ohne Umschweife als Faschings-Muffel zu erkennen gab, machte Philipp Rösler aus seiner Begeisterung für närrisches Treiben keinen Hehl. Als „Deichgraf vom Raddetal“ in Lindern oder Träger des Papenburger Gerd-Bliede-Preises hat der Liberale sein karnevalistisches Talent auch schon auf anderen Faschings-Bühnen unter Beweis gestellt.

Schlagfertigkeit und Humor bewies der FDP-Politiker dann im „Dalli-Dalli“- Rateteam mit Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Die beiden mussten zunächst in 20 Sekunden aufzählen, womit sie das Publikum beeindrucken könnten – wobei Gerken-Klaas eine „Peep-Show“ ins Gespräch brachte, zu der es dann aber doch nicht kam. Bei der zweiten Aufgabe, den Inhalt ihrer Nachttisch-Schublade zu offenbaren, kam dann heraus, dass Rösler dort einen Schlüpfer hortet . . .

Ein bisschen schlüpfrig durften die Antworten durchaus sein, auch bei Andreas Kowitz und Franziska Gehrau. Die beiden Bookholzberger, die als Moderatoren-Duo durch die Büttenabende im Februar führen werden, sollten ihre Gedanken zum Thema „Liebe“ herunterrasseln – da musste Kowitz auch an Viagra denken. NWZ -Chefredakteur Rolf Seelheim, der sozusagen als legitimer Nachfolger von Ekkehard Fritsch zusammen mit Angela Hillen, Organisatorin der Plattdüütschen Week, und GGV-Pressesprecherin Birgit Oetken die „Dalli-Dalli“-Jury bildete, hatte jedenfalls nicht nur viel zu notieren und zu rechnen, sondern zeigte sich auch ganz froh darüber, „dass das Publikum an diesem Abend zum allergrößten Teil aus Erwachsenen besteht.“

Ein paar Kinder freilich durften nicht fehlen beim Faschingsauftakt – besonders Cora Kwasny und Pascal Paukstat nicht, die als neues Kinderprinzenpaar vorgestellt wurden. Ihre Vorgänger, Kira Torunski und Phillip Thoma, verabschiedeten sich in Immer mit einer noblen Geste aus dem Amt: Sie hatten ihr Prinzen-Budget nicht ganz ausgeschöpft und spendeten die Restsumme von 250 Euro unter großem Beifall an das Kinderhospiz Löwenherz.

Am Nachmittag waren Kira I. und Phillip I. noch einmal offiziell im Einsatz gewesen, als sie im Oldenburger Hof, wie es der Faschingsbrauch verlangt, ein Foto von sich an die schon reich bebilderte Prinzen-Wand des Clubraums hängten. Hilfreich zur Seite stand dabei Adolf Maß: „Auch wenn ich jetzt das blaue Jackett anhabe, freue ich mich, dass ich die Bildergalerie beim Kinderfasching weitermachen kann“, sagte einer, der in der letzten Session in den Ältestenrat aufgerückt war. Gesagt, getan, zückte er Hammer und Zollstock, um den Nagel für das Bild an der richtigen Stelle der Wand zu platzieren. Jedoch ging der erste Versuch trotz aller Ausrüstung und Sorgfalt daneben: Fast einen Zentimeter hing das Bild zu tief. Bevor die Fotografen also ernsthaft ran durften, musste ein zweites Loch her.

Zum obligatorischen Foto-Termin war das „große“ Prinzenpaar der vergangenen Session bereits am Vormittag im Oldenburger Hof erschienen. Dabei durften Annika Wardenburg und Stephan Neitzel ein letztes Mal auch Orden verteilen, und zwar schon die neuen der Session 2008/09. GGV-Ehrenmitglied Rolf Wieting und Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas waren die ersten, die den von Thomas Reusch entworfenen Orden umgehängt bekamen.