Elsfleth/Hogenkamp - Auf den Spuren unserer Vorfahren wandeln Archäologen des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung im Bereich Elsfleth Hogenkamp. Die archäologischen Ausgrabungen und Forschungen über den „kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Ufermarkt“ werden nun fortgesetzt.

Denn während der ersten Jahrtausende nach Christus bildeten Wasserstraßen wichtige Kommunikationswege für den überregionalen Warenaustausch. „Besonders der nordwestdeutsche Raum zwischen Weser und Ems erbrachte in den vergangenen Jahren neue Forschungserkenntnisse in Bezug auf die Austauschsysteme der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit“, heißt es von den Forschern.

Der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannte Platz ist gekennzeichnet durch hervorragende Erhaltungsbedingungen für organische Materialien. Wichtigster Befund ist eine hölzerne Uferrandbefestigung, die von den Archäologen in die römische Kaiserzeit datiert werden konnte. Mit Hilfe von Ausgrabungen und Sondierungen konnten Daten über die Struktur und die Bebauung der Siedlung gewonnen werden.

Ergänzend wurden auch benachbarte Fundstellen mit in die Untersuchung einbezogen. Dabei sind die Siedlungsplätze Schlüte/Berne und Huntebrück/Wührden von großer Bedeutung.

Durch einen überregional angelegten Vergleich soll weiterhin die Bedeutung des Huntemündungsbereichs für den Warenaustausch der Germanen Nordwestdeutschlands rekonstruiert werden. Das Fundspektrum am Hogenkamp spiegelt nicht nur eine Nutzung während des 1. Jahrtausends nach Christus wieder, sondern deutet durch Qualität und Quantität auf eine besondere Funktion als Ufermarkt.

Für interessierte Bürger findet ab dem 26. Juli wieder wöchentlich, jeweils am Mittwoch ab 16 Uhr, eine Führung mit Informationen auf dem Areal statt; zur Kontaktaufnahme steht Archäologe Jonas Enzmann unter E-Mail:enzmann@nihk.de.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland