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Architektur spiegelt auch kulturelles Leben wider

Anna Neumann

FRAGE:

Welches bauliche Konzept steckt hinter der Bremer Synagoge?

AUFFARTH

: Das Bedeutsame bei dem Neubau der Synagoge 1961 war, dass gleich die Gemeinderäume so großzügig angelegt worden sind, einschließlich der Räume für Jugendgruppen und des großen Saals für Kulturvorträge und Feiern. Dieses Baukonzept hat es vorher nicht gegeben. Es ist erst im Nachkriegsdeutschland eingeführt worden und bietet für eine Gemeinde ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten als wenn sie nur ein Gotteshaus hat. Bremen war eines der frühen Beispiele dafür, wie sich in der Architektur einer Synagoge nicht nur das religiöse, sondern auch das kulturelle Leben widerspiegelt

FRAGE:

Inwieweit hat sich das auf die jüdische Gemeinde ausgewirkt?

AUFFARTH

: Bremen ist dadurch zu einem bevorzugten Ort für Juden in Deutschland geworden. In vielen anderen Städten haben sich nicht so viele Menschen jüdischen Glaubens neu angesiedelt. In Mannheim und Stuttgart ist es zum Beispiel nicht so gut gelungen. Frankfurt ist sicher die größte jüdische Gemeinde mit einer langen städtischen Tradition. Auch in Bremen gab es solch ein bürgerliches Selbstbewusstsein. Dabei hat die bauliche Konzeption der Synagoge geholfen – aber auch die liberale Bremer Politik gegenüber den Juden.

FRAGE:

Welche Vergangenheit hatten die Juden in Bremen?

AUFFARTH

: Lange mussten sie ihre Siedlungen außerhalb der Stadt bauen und zur Arbeit in die Stadt pendeln. Das änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts, als sie ihre erste Synagoge in der Stadt bauen durften, die dann in der Reichspogromnacht zerstört wurde. Nach der Nazi-Verfolgung begann die liberale Politik den Juden gegenüber mit dem Innensenator Hans Koschnick in den 1960er Jahren. Auch den verhältnismäßig gewaltigen Zuzug von Juden aus Russland nach 1989 hat die klein gewordene jüdische Gemeinde mit wenigen Konflikten gemeistert.

Christoph Auffarth

(59) ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Bremen mit dem Schwerpunkt Geschichte und Theologien des Christentums. Er äußert sich zur jüdischen Gemeinde in Bremer, die am Sonntag das 50-jährige Bestehen feiert.
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