Westerscheps - Auf diese halbe Stunde Feuchtigkeit von oben hätten die Organisatoren der „Groden ammerschen Arntefier“ am Sonntag gern verzichtet. Während des Festumzugs begann es zu regnen. Auch wenn das Nass kurzfristig bei Umzugsteilnehmern und Zuschauern die Stimmung etwas drückte, so gehörte der Regen doch zu den wenigen Punkten, die bei der Arntefier nicht gefielen.
Denn das größte Erntefest im Landkreis war einmal mehr eine Erfolgsveranstaltung. Jan-Dirk-Meirose, Vorsitzender des ausrichtenden Heimatvereins „Vergnögde Goodheit“ Westerscheps, war mit dem Verlauf der drei Festtage sehr zufrieden. Zum Auftakt am Freitag kamen bereits mehr Besucher als in den Jahren zuvor. Sie vergnügten sich bei einer plattdeutschen Komödie des Schepser Speelköppels und in der Disco.
Zu den Stimmungsgaranten gehörten die Teilnehmer des 8. Trike-Treffens der „Freien Triker Ammerland-Ostfriesland-Emsland“, die mit rund 80 Maschinen den Festplatz an der Moorstraße bevölkerten. Organisator Hartmut Janßen aus Osterscheps stellte erfreut fest, dass das Interesse an dem Treffen anlässlich der Arntefier seit Jahren steigt. Dieses Mal kamen insgesamt rund 130 Triker aus dem nordwestdeutschen Raum, den Niederlanden, Luxemburg und sogar aus England. 38 Maschinen begleiteten am Sonntag den Festumzug. „Für 2015“, so Janßen, „haben sich schon jetzt 30 niederländische Triker angemeldet.“
Ein volles Festzelt am Sonnabendabend, viele junge Gäste beim Kinderfest am Sonnabendnachmittag und über einhundert Motivwagen, Fußgruppen und Musikzüge beim Festumzug am Sonntag sorgten für eine hervorragende Festbilanz.
Angetan von der „Arntefier“ war auch Ernst August Bode, Vizepräsident der Oldenburgischen Landschaft. Mit dieser Feier trage der Heimatverein in besonderer Weise zum Erhalt der plattdeutschen Kultur und Sprache bei, betonte der Dötlinger, der die Festrede hielt. Anschließend musste er sich „über’n Hock schmieten“ lassen. Zwar kannte er diesen Brauch, hatte ihn aber als Erwachsener noch nicht erlebt.
Auch wenn vieles sehr erfolgreich verlief, einen Wermutstropfen gab es doch: Der Höker-, Bauern- und Trödelmarktes ähnele, so stellte man fest, immer mehr einem Flohmarkt und locke nur wenige Gäste an. „Wir müssen neue Strukturen schaffen und den Bezug zur Landwirtschaft wieder stärker betonen“, so Vorsitzender Meirose.
