ASCHENDORF - Neue Songs von einer altbekannten Stimme: Hermann Lammers Meyer hat wieder eine CD auf den Markt gebracht – „Nashville Is Rough On The Living“ (Desert Kid Records).
Der 58 Jahre alte Aschendorfer tummelt sich seit mehr als 35 Jahren in der Country-Szene – mal solo, mal als Kopf seiner Emsland Hillbillies. Der Pedal-Steel-Spezialist ist ein hierzulande deutlich unterschätzter Musiker. Es dürfte nicht so viele Deutsche geben, die mit Country-Legende Willie Nelson Songs eingespielt haben, oder mit Sandy Posey, Clay Blaker und Johnny Bush.
Doch Lammers Meyer genießt unverändert als „Hermann the German“ in und um Nashville mehr Anerkennung als in der Heimat. Das liegt daran, dass Country hier nicht so populär ist, hat aber auch damit zu tun, dass diese Stilrichtung durch Spaßbremsen wie Gunther Gabriel und Truck Stop eingefärbt wurde. Lammers Meyer dagegen spielt und singt Country ` la Nashville oder Texas.
Dort, in San Antonio, ist auch das jüngste Album entstanden. 15 Stücke über Countrys Dauer-Themen Liebe („To Make A Long Story Short Shes gone“ von Willie Nelson) und Suff („Little Jack Daniel“). Wie so häufig bei Lammers Meyer klingt vieles gleich oder wie schon mal gehört. Wie immer aber gibt es auch ein paar Perlen: die selbst geschriebene Ballade „Home Of The Damned“ etwa oder (auch aus seiner Feder) „Fiddlin Man“.
Sahnestück aber ist der Titelsong, ein Duett mit Johnny Bush. Der Song stammt vom verstorbenen Shel Silverstein, der für Johnny Cash „A Boy Named Sue“ schrieb und für Dr. Hook „Lucy Jordan“ und „Cover O The Rolling Stone“, und dessen Gedichte auch Harry Rowohlt gern übersetzt und vorträgt. „Nashville Is Rough On The Living“ ist eine hübsche Abrechnung mit dem amerikanischen Musikgeschäft, wie sich schon aus dem zweiten Teil der Zeile ablesen lässt: „But she really speaks well of the dead.“
Wer mehr hören will, hat aktuell zwei Gelegenheiten. An diesem Freitag bringt NDR 1 ab 20.05 Uhr ein 55-Minuten-Porträt des Aschendorfers, am Sonntag spielen die Emsland Hillbillies ab 17 Uhr beim Country-Festival am Friesenstrand in Tossens (Kreis Wesermarsch).
