ASTRUP - Seine erste Axt hat Kai Kloppenburg aus Astrup von seinem Vater ausgeliehen und damit die ersten Hackversuche unternommen. Mittlerweile kann er etwa 60 bis 70 Äxte sein Eigen nennen. 50 davon aus unterschiedlichen Epochen sind derzeit im Schmiedemuseum in Hatterwüsting ausgestellt.

Dabei handelt es sich um Kriegs- und Handwerksäxte. „Äxte haben mich schon als Kind fasziniert“, sagt der 34-Jährige. „In den letzten Jahren hat sich das dann intensiviert.“ Interessant findet Kai Kloppenburg vor allem das Zusammenspiel von Stahl mit seiner ganz eigenen Struktur und von Holz. „Das Holz sieht sehr individuell aus bei den Äxten. Es hat verschiedenen Maserungen“, erklärt Kai Kloppenburg.

Zusammen mit seiner Freundin Kathleen Webersinke sammelt er die Äxte auf Floh- und Mittelaltermärkten. Zu seiner Sammlung gehören unter anderem Wikinger-Äxte, ostfriesische Kampfäxte, Streitäxte, Feuerwehräxte, Wurfäxte sowie diverse Beile. „Sie kommen aus dem europäischen und aus dem skandinavischen Raum“, sagt der Astruper, „und unterscheiden sich in den Köpfen und Funktionen“. So kann man mit speziellen Äxten Nägel ziehen. Auch gibt es sie für Links- und Rechtshänder. Jede Axt hat eine Schmiedmarke auf ihrem Stahlkopf.

In Kai Kloppenburgs Sammlung lässt sich außerdem ein Feuerwehrbeil finden. „Das gehörte damals zur Erstausrüstung der Feuerwehrmänner“, erklärt der 34-Jährige. Ein sogenanntes Camp- und Outdoorbeil sei hilfreich, wenn man in die Natur fährt. Kai Kloppenburgs ältestes Stück ist ein Tischlerbeil aus dem Jahre 1890.

Wenn er eine neue Axt auf einem Markt ergattert hat, muss er sie manchmal neu aufspielen. „Teilweise muss ich sie auch vom Rost befreien, den Kopf putzen und schärfen“, sagt Kai Kloppenburg. Eine Axt hat er gerade von Schmiedmeisterin Angelika Heim richten lassen. Bei ihr besucht er derzeit einen Schmiedekursus im Schmiedemuseum Hatterwüsting. Sie bietet am Mittwoch, 28. Dezember, 20 Uhr, einen Schnupperkursus „Schmieden wie im Mittelalter“ an. Er findet ohne Voranmeldung im Museum, Sandweg 23, statt.

Kai Kloppenburgs Begeisterung gilt aber nicht nur dem Sammeln von Äxten. Er bietet auch traditionelles Bogenschießen an. Seinen Bruder Jörn unterstützt er bei den „Sundowner Kanutouren“.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland