ATENS - Die Puppenbühne Fantasia hat eine lange Tradition: Alfons und Ursula Matz betreiben das Unternehmen in der fünften Generation. „Anno 1828“ steht auf dem Lastwagen, der Sitzgelegenheiten und Bühne transportiert. Rund 100 Personen haben im so genannten „Kaspertruck“ Platz. „Wir wünschen uns natürlich immer einen vollen Wagen“, sagt Ursula Matz. Mit dem Kaspertheater zieht die Familie von Ort zu Ort.
Ursula Matz ist die Managerin des Unternehmens. Sie sucht die Plätze aus und kümmert sich um alles andere, was sonst noch anfällt. Ihr Mann Alfons steht hinter der Bühne. Der 57-Jährige ist mit dem Puppentheater groß geworden. Schon seine Ururgroßeltern zogen als Theaterspieler durch die Dörfer. Aus dem Theater mit Schauspielern wurde irgendwann ein Handpuppentheater. „Das wurde damals modern“, sagt Ursula Matz.
Seit seinem 16. Lebensjahr tourt Alfons Matz selbstständig durch Deutschland. Der Puppenspieler beherrscht verschiedene Stimmen für die Figuren, die er spricht. Für den Kasper nimmt er seine Originalstimme, verrät seine Frau. Alfons Matz hat verschiedene Stücke in seinem Repertoire. Dazu gehören alte und neue Geschichten. Alle Stücke haben Familienmitglieder geschrieben.
Das Ehepaar Matz hat drei Töchter und einen Sohn. „Sie sind mit dem Puppenspielen aufgewachsen und wollen die Tradition fortführen“, sagt Ursula Matz. Die älteste Tochter ist für ihr Marionetten-Theater in Friesland und Umgebung bekannt.
Der Beruf des Puppenspielers wird heute hauptsächlich von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Einige 100 solcher Traditionsunternehmen gibt es in Deutschland, schätzt Alfons Matz. Interesse am Beruf des Puppenspielers besteht nach wie vor. Bei der Familie Matz lernt im Moment eine Praktikantin das Handwerk des Puppenspielens kennen. Gisela Wagner interessiert sich für Theater und reist deshalb mit der Familie mit.
Doch die Puppenspieler sind nicht permanent unterwegs. Die Familie hat ihren festen Wohnsitz in Ihrhove bei Leer. „Das war besonders wichtig, als die Kinder noch zur Schule gegangen sind“, erklärt Ursula Matz. Mit ihrem Kaspertruck machen die Puppenspieler deshalb gerne in der Umgebung Station. Das Traditionsunternehmen ist aber darüber hinaus in ganz Deutschland unterwegs. Gespielt wird vorzugsweise auf Parkplätzen großer Supermärkte. „Das ist auch Werbung für die Geschäfte“, findet Ursula Matz. Außerdem kann man das Kaspertheater für Feste mieten.
Am vergangenen Freitag und Sonnabend war das Kaspertheater auf dem KauflandParkplatz in Atens zu sehen. Weitere Termine sind am Mittwoch, 7. November, auf dem Netto-Parkplatz in Einswarden sowie am Montag und Dienstag, 12. und 13. November, vor dem Famila-Markt in Brake. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 16 Uhr. Informationen und Kartenreservierung unter 0157/72 52 78 83.
