ATENS - Fete Eilers steht, mit schütterem Haar und in einem schwarzen Jacket, seine Gitarre vor dem Bauch, auf der Friedeburg-Bühne. Hinter seinen Mitmusikern prangt das projizierte Logo Prime Time an der Wand. Und dann rocken sie los am Sonnabend, nachdem das Jubiläums- und Christmas-Rock-Konzert mit mehreren ohrenbetäubenden Paukenschlägen angekündigt worden ist.
Die Stadthalle ist mit rund 1100 Besuchern ausverkauft. Doch viele stehen noch im Foyer oder rauchend draußen vor der unbestuhlten Halle. Im Bereich der Bühne gibt es noch reichlich Platz, doch das ändert sich nach den ersten Akkorden. Im Nu drängen die Leute – manche waren bei der Gründung der Band vor 20 Jahren noch nicht geboren – nach vorn, um Prime Time möglichst nah zu sein.
Hansdampf auf der Bühne
Nach dem Opener „Child’s Anthem“ von Toto stellen sich Diana Schmidt und Tommy Marechal gleich einer großen Herausforderung: „Bohemian Rhapsody“, der Queen-Klassiker, erklingt, und Freddie Mercury, legendärer Frontmann der britischen Rockband, hätte wohl kaum etwas daran auszusetzen gehabt. Die Zuhörer sind begeistert. Tommy Marechal ist zwar erkältet. Doch das überspielt der Sänger professionell, ist der Hansdampf, der bei „Beat it“ von Michael Jackson sogar Diana Schmidt zu einem kleinen Tänzchen bewegen kann.
Im Mittelpunkt des Konzerts stehen Klassiker und typische Weihnachtslieder wie „Driving home for Christmas“ von Chris Rea, „All i want from Christmas“ (Mariah Carey) und „Last Christmas“ (Wham). Daneben spielt die Gruppe Lieder wie „Africa“ (Toto) und „Radar Love“ (Golden Earring).
Die Bühne ist mit mannshohen Tannenbäumen, an denen silbernes Lametta und weiße Wattebäusche hängen, weihnachtlich geschmückt. Hin und wieder setzen Fete Eilers (Gitarre), Tommy Marechal (Gesang), Michael Ehre (Schlagzeug), Detlef Kramer (Bass), Raphael Funk (Percussion), Sven Kretschmer (Keyboard) sowie Diana Schmidt (Gesang) die roten Zipfelmützen auf. Und wenn Tommy Marechal rot-weiße Mützen ins Publikum wirft, schnellen die Hände der Beschenkten in die Höhe.
Saalmeister tritt auf
Einen Gastauftritt hat der Saalmeister Helmut Dietrich, den Fete Eilers wegen eines technischen Problems auf die Bühne lockt. Mit Weihnachtsmann-Mütze und rotem Mantel ausstaffiert, muss Helmut Dietrich „Lasst uns froh und munter sein“ intonieren. „Morgen ist doch Nikolaus“, sagt Fete Eilers und beschenkt den Co-Sänger.
Den Höhepunkt des Abends bildet der letzte offizielle Titel „Let it snow“ in der Version von Huey Lewis. Kunstschnee rieselt herab. Mit mehreren Zugaben, zum Abschluss „Angels“ von Robbie Williams, beendet Prime Time das Jubiläums-Konzert, bei dem die Thekenkräfte, zum Missfallen vieler Besucher, hoffnungslos überfordert sind.
