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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Griechin mit außergewöhnlichem Gesangstalent

08.10.2019

Athen Das monumentale Herodion Amphitheater unterhalb der Akropolis war fast voll, als am 26. September Nana Mouskouri auftrat – die wohl weltweit bekannteste griechische Sängerin. „Es sind mehr als 60 Jahre vergangen und ich bin wieder da“, sagte sie den etwa 5000 Zuschauern. Und dann ging es los, „ihre Stimme ist trotz des hohen Alters voll da“, sagte Ioanna Kimpezi, eine Zuschauerin, die kein Mouskouri-Konzert in Athen seit 40 Jahren verpasst hat, wie sie selbst sagt. Am 13. Oktober wird Nana – wie die Griechen sie nennen – 85 Jahre alt.

Nach dem Konzert in Athen waren vor allem ältere Menschen gerührt. „Sie erinnert uns an unsere Jugend“, sagten sie. Aber auch Jüngere waren begeistert. Vor allem als Nana Mouskouri in ihrer Muttersprache sang. Was seit Jahren selten vorkommt, da sie in der Schweiz lebt und nur noch gelegentlich nach Griechenland reist und dann auf Griechisch singt.

Mouskouri wurde 1934 auf Kreta geboren. Mit drei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Athen. Als Teenager bekam sie Gesangsunterricht. Nach schwierigen Jahren des Zweiten Weltkrieges und des griechischen Bürgerkrieges ging es nach oben: 1959 gewann Mouskouri mit einem Liebeslied den ersten Preis des griechischen Vokalwettbewerbs.

Die Sängerin wäre aber vielleicht nie weltweit bekannt geworden, wenn nicht der Jazz-Musiker Quincy Jones auf sie aufmerksam geworden wäre. Mit ihm hatte sie in den USA einen ersten kleinen Erfolg mit dem Album „The Girl From Greece Sings“. Sie sang unter anderem in Tourneen mit Harry Belafonte. 1999 erschien ein bemerkenswertes Album mit swingenden Broadway-Songs und Balladen: „Nana Mouskouri in New York“. Später folgte die Zusammenstellung „Nana – Arranged & Conducted by Bobby Scott“.

Mouskouri wurde Mitte der Sechzigerjahre zunehmend auch in Europa bekannt. Ihr wohl größter Hit war Fluch und Segen zugleich: der Schlager „Weiße Rosen aus Athen“. Über Jahrzehnte hinweg blieb sie eine der beliebtesten Sängerinnen der Welt. Mouskouri hat unzählige LPs und CDs verkauft. Vergangenes Jahr gab es ein neues Album mit dem Titel „Forever young“.

Auch für Politik interessierte sich die Musikerin: In den Neunzigerjahren wurde sie für die konservative griechische Partei Nea Dimokratia ins Europäische Parlament gewählt. Nach dem Ende der Legislaturperiode gab sie auf: „Ich war von der Politik enttäuscht“, sagte sie immer wieder. 1993 wurde sie Unicef-Botschafterin.

Ihrem Land ist die Sängerin sehr verbunden, obwohl sie eine Enttäuschung erlebte: „Ich hatte mich bereiterklärt, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2004 von Athen teilzunehmen. Man hat mir aber gesagt, ich passe nicht ins Konzept“, sagte sie damals der griechischen Presse verbittert.

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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