Ganderkesee - „Martin Luther war so modern, dass er sich auch heute problemlos zurechtfinden würde. 500 Jahre vor der Erfindung von Facebook postete er seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Lange vor der Erfindung von Twitter und SMS hatte er schon verinnerlicht: Jede Nachricht hat maximal 160 Zeichen. ,Man braucht sieben Lügen, um eine zu bestätigen’ – für diese Botschaft brauchte er sogar nur 50 Zeichen.“
Passend zum Luther-Jahr kommt der Kabarettist, Schriftsteller, Geschichtsjournalist und Moderator Sebastian Schnoy am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr mit seinem Programm „Luther war ein Blogger“ in die Mensa der Oberschule, Am Steinacker 9 in Ganderkesee. Luthers Einfluss auf unser Leben sei bis heute enorm, selbst das von Atheisten stehe wesentlich unter seiner Prägung, sagt Schnoy. „Das Leben soll Buße sein – auch im sozialdemokratischen Ortsverein.“ Durch seine radikale Entfernung von jedweder Dekoration in der Kirche habe der Reformator unbewusst auch das Bauhaus vorweggenommen, so der Kabarettist. Das Motto von Franz Josef Strauß „Sprich einfach, denke kompliziert“ scheine Luther erfunden zu haben.
„Seine Kritik an den Praktiken der Kirche bloggte er in die Welt mit klaren Statements“, sagt Schnoy. In elf Wochen habe Luther das Alte Testament übersetzt, während die evangelische Kirche dafür trotz Teamarbeit allein für die zweite Bearbeitung der Lutherbibel 60 Jahre benötigt habe. Sein Output an neuen Ideen sei so groß, dass man den Begriff „Frühe Neuzeit“ erfunden habe. „Schwarzenegger war der Terminator. Aber Luther war der Reformator“, betont Schnoy.
„Dieses Kabarettprogramm ist auch für Katholiken ein Heidenspaß“, verspricht die regioVHS. Karten gibt es für 22 Euro€ unter
