Rostrup - Ein gutes Leben mit vielen schönen Momenten habe sie gehabt, ist Elfriede Hobbensiefken überzeugt, wenn sie auf die vergangenen Lebensjahre zurückblickt. An diesem Sonnabend begeht die gebürtige Jeddeloherin ihren 102. Geburtstag.

„Natürlich war es ist nicht immer alles einfach im Leben, aber wenn man etwas erreichen will, dann schafft man das auch“, beschreibt sie ihre ganz privaten Erfolge. Zusammen mit ihren Mann baute sie für sich und ihre Familie in den zurückliegenden Jahrzehnten in Wittenriede eine landwirtschaftliche Existenz auf, die auch heute noch in Familienhänden ist. „Es war ein großer Hof mit viel Vieh“, erinnert sie sich gerne. Von 1954 bis 2009 lebte Elfriede Hobbensiefken auf dem Anwesen. Nach dem Tod ihres Mannes betrieb sie den Hof mit der Familie zusammen weiter. „Die Scheune habe ich noch lange mit Stroh gefüllt“, strahlt sie.

Kennengelernt hatte sie ihren Mann 1939 in Jeddeloh I. Aus dieser Ehe sind vier Kinder, sechs Enkel und zehn Urenkel hervorgegangen. „Meine Familie lebt überwiegend im Ammerland. Es ist schön, sie um mich zu haben und auch einmal Neues aus dem Dorf zu hören“, freut sie sich über den guten Kontakt zu ihnen.

Gerade das Informieren über das Geschehen in ihrem Umfeld ist ihr ein Bedürfnis: „Ich muss nicht über alles Bescheid wissen, was in der Welt vor sich geht, aber der tägliche Blick in die Ausgaben der Nordwestzeitung gehört für mich zum Tag dazu.“

Seit ihrem Umzug in das Altenwohnzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Bezirksverband Weser-Ems e.V., in Rostrup vor einigen Jahren kann sie sich nach Belieben dem ausgiebigen Studieren der neusten Nachrichten hingeben. „Ich kann zwar nicht mehr so gut laufen, aber mein Verstand funktioniert noch gut. Und so lange will ich auch noch leben“, lacht sie.

Mit diesem Wunsch ist sie durchaus nicht allein. In der Gemeinde Bad Zwischenahn leben nach Aussage des Bad Zwischenahner Bürgerbüros insgesamt sieben Frauen, die ihren 100. Geburtstag längst gefeiert haben. Von ihnen sind drei vor 1913 geboren.

Bevor in die Zukunft geblickt wird, freut sich die Jubilarin heute darauf, ihren Ehrentag mit der Familie zu verbringen. Nur auf eines könnte sie dabei gerne verzichten, verrät sie lächelnd: „Auf Kuchen, den mag ich nämlich gar nicht so.“