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NWZonline.de Nachrichten Kultur

So stellt sich der neue Direktor die Zukunft vor

22.04.2017

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Frage: Als neuer Direktor und Vorstandsvorsitzender der Emder Kunsthalle sowie als Nachfolger von Eske Nannen treten Sie in große Fußstapfen. Raubt Ihnen das manchmal sogar den Schlaf?
Borchardt: Den Schlaf raubt es mir nicht, aber natürlich ist es eine große Herausforderung. Die Aufgaben waren ja zuvor aufgeteilt. Der Vorstand hat in den vergangenen 30 Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Und über die Leistung Eske Nannens muss man ja nichts mehr sagen.
Frage: Wie wollen Sie es anstellen, dass die Kunsthalle auch ohne sie als Aushängeschild genauso gut weiterläuft?
Borchardt: „Genauso“ wird es sich natürlich nicht fortsetzen lassen. Die Wirkung des Hauses nach innen und außen war ganz wesentlich an die Personen Eske und Henri Nannen gekoppelt. Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Vorstandes wird daher sein, einerseits das Gewicht dieses Namens immer präsent zu halten, aber andererseits die Kunsthalle künftig so aufzustellen, dass sie als Institution mit ihren Qualitäten stärker in den Fokus rückt. Der Ruf der Kunsthalle muss im Vordergrund stehen.
Frage: Haben Sie schon Künstler im Visier, mit denen Sie diesen Ruf festigen wollen?
Borchardt: Im Visier habe ich eine ganze Menge. Aber ich würde ein Projekt immer erst dann öffentlich machen, wenn ich weiß, dass es funktionieren wird. Das noch vor meinem Amtsantritt festgelegte Programm will ich im Frühsommer 2018 ergänzen, vom darauffolgenden Herbst an starten dann die von mir verantworteten Projekte. Derzeit prüfe ich, welche meiner Ideen bis dahin machbar sind. Dazu brauche ich noch ein, zwei Monate. Klar ist aber, dass ich mich am bisherigen Sammlungs- und Ausstellungsprofil orientiere.
Frage: Ist dennoch geplant, mehr Gegenwartskunst zu präsentieren?
Borchardt: Ich wünsche mir schon, dass sie künftig noch sichtbarer vertreten ist. Gerade die jüngere Gegenwartskunst hat in einem solchen Haus eine gute Chance. Bei berühmten Namen allerdings bewegen sich die Kosten derzeit in Bereichen, bei denen man sich das dreimal überlegen muss. Aber neben unseren Sammlungen soll das Experimentelle und Forschende im Fokus stehen. Unsere Museumspädagogik ist besonders stark aufgestellt. Mir schwebt ein stärkerer Austausch und Dialog zwischen Gegenwartskünstlern und Besuchern vor.
Frage: Aber Sie präsentieren nicht plötzlich Medienkunst?
Borchardt: Es muss immer sachlich begründet sein, was man zeigt. Aber ich würde davon Abstand nehmen, einen Medienkunst-Schwerpunkt in die Kunsthalle zu bringen. Das würde von außen wie ein Ufo wirken. Ich möchte schon Dinge ausprobieren, die betreffen aber vor allem neue Präsentationsformen.
Frage: Wie wollen Sie mit der schwierigen geografischen Lage der Kunsthalle umgehen?
Borchardt: Dass man durch Emden nicht mal „eben durchfährt“ auf dem Weg von Nord- nach Süddeutschland, macht es natürlich schwer. Man muss die Menschen also dazu motivieren, eigens nach Emden zu kommen, oder sie abholen, wenn sie in an der Nordsee oder auf den Inseln Urlaub machen. Es kommt halt darauf an, wie es uns gelingt, inhaltlich für dieses Haus zu arbeiten.
Frage: Von welchen Besucherzahlen gehen Sie aus?
Borchardt: Die Zahlen schwanken enorm zwischen 50 000 und 100 000. Die grundlegende Kalkulation geht aber von 50 000 Besuchern jährlich aus. Ich kalkuliere lieber ein bisschen defensiv, dann hat man am Ende vielleicht mehr als erwartet.
Frage: Eske Nannen hat in der Vergangenheit unermüdlich für das finanzielle Überleben der Kunsthalle gekämpft. Müssen Sie das fortsetzen?
Borchardt: Im Augenblick können wir in Ruhe die Zukunftsfragen angehen. Das ist natürlich sehr positiv und das Ergebnis der enormen Anstrengungen in den vergangenen Jahren. Dennoch: Die Gelder müssen jedes Jahr und für jede Ausstellung neu eingeworben werden. Wir müssen also durch unsere Arbeit und die Besucherzahlen überzeugen.
Regina Jerichow Redakteurin (Ltg.) / Kulturredaktion
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