Wildeshausen - Wenn Harald Geiger den Hammer schwingt, bleiben die Passanten stehen. Mit rhythmischen Schlägen treibt er das glühende Eisen auf dem Amboss aus. Am Ende entsteht daraus ein hübsches Dekostück für den heimischen Garten. Auch Kerzenständer und Haken aller Art hat der Kunstschmied über Pfingsten auf dem Kunst- und Handwerkermarkt der Gilde in Wildeshausen präsentiert.
Zwei Stände weiter riecht es nach geräuchertem Fisch. Ahmed Ourdi bietet Lachs und Aal an. Noch ein paar Meter weiter duftet es nach Lavendel, Zitrone und Oliven. Sabine Bolduan hat an die 25 verschiedene Düfte in ihren handgemachten Seifen verarbeitet.
Ein Teil der Handwerker ist im Verein „Oll’n Handwerkers“ aus Worphusen und Umgebung in der Gemeinde Lilienthal zusammengeschlossen. Dazu gehört Hermann Stelljes. Er zeigt den Besuchern, wie früher Seile und Taue hergestellt wurden. Sein Kollege Ingo Barz widmet sich der Riemenschneiderei. Er fertigt aus Rinderhaut Gürtel, Riemen und Bänder. „Der Riemenschneider war der Vorläufer des Schusters, Sattlers und Täschlers“, erklärt er.
Hat der Kunst- und Handwerkermarkt am Pfingstsonntag mit Schauern und Wind zu kämpfen, zeigt sich das Wetter am Pfingstmontag stabiler. Deshalb bummeln am zweiten Tag auch deutlich mehr Besucher über den Markt, auf dem Kinder und Erwachsene allerlei entdecken können.
Ein Hingucker ist das mittelalterliche Karussell. Die Pferdchen sind aus ganzen Holzfässern gearbeitet, die Gondeln aus größeren halben Fässern. Damit sich das Karussell dreht, ist Muskelkraft gefragt. Dafür legt sich unter anderem Carola Möllering ins Zeug.
Auch die Musik auf dem Kunst- und Handwerkermarkt ertönt durch Muskelkraft. Die Klänge der Drehorgel schallen weit durch die Westerstraße und unterhalten das Publikum. Zwischendurch marschieren auch die Gildetrommler durch die Innenstadt. Das Blasorchester Wildeshausen und das Musikorps Wittekind sorgen am Nachmittag mit ihren Konzerten auf dem Marktplatz für weitere Höhepunkte.
