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Neuer Bildband Aus Oldenburg Langeweile? – Diese Hunde schaffen Abhilfe

Regina Jerichow

Oldenburg - Der Cartoonist Uli Stein ist auf den Hund gekommen. Pitbulls, Bullterrier und Bulldoggen, Bernhardiner und Schäferhunde, Mastiffs und Terrier – ob gefährlich oder nicht, sie alle saßen brav vor seiner Kamera. Doch Vorsicht! Bei seiner riesigen Dogge müsse er sich in Acht nehmen, warnte ihn der Besitzer. Ein Kampfhund im Wohnzimmer? Eher nicht. Sie entpuppte sich als begeisterte Küsserin. „Feucht war’s“, verrät Uli Stein. „Ein großer Lappen.“

Gezeichnete Pointen

„Ach du dicker Hund“ – so lautete der Titel des ersten Cartoonbandes von Uli Stein, den der damals neue Oldenburger Lappan Verlag 1984 herausbrachte und der den Ruhm des 68-Jährigen begründete. Heute ist er der erfolgreichste und bekannteste Cartoonist Deutschlands, dessen Bücher eine Gesamtauflage von mehr als elf Millionen Exemplaren haben. Selbst in China und Korea sind seine gezeichneten Pointen verbreitet. „Er verkauft sich immer noch besser als alles, was wir sonst so herausgeben“, sagt Lappan-Gründungsmitglied Dieter Schwalm.

Allerdings hat Uli Stein seinen Schwerpunkt derzeit auf die Fotografie verlegt, wobei er weitere Cartoons nicht ausschließt: „absolut nicht!“. Ausgangspunkt seines neuen Fotografie-Bandes waren eine Ausstellung in Goslar und ein Kalender. Nun sind die einzigartigen Bilder mit seinen humorvollen Kommentaren in einem Buch versammelt. Hundefotos? Hundeporträts? Keine Bezeichnung will so recht passen, denn das, was Uli Stein mit seiner Kamera und seinen vierbeinigen Models anstellt, grenzt fast schon an Malerei.

Und das kam so: Mit seinen ersten Arbeitsergebnissen – wunderschöne, glatte Aufnahmen mit Studioblitzanlage und neutralem Hintergrund –, war Uli Stein gar nicht zufrieden: „zu schick, zu hollywoodmäßig, klinisch sauber“. Nach einigem Herumexperimentieren fand er eine Lösung. Der Hintergrund beim Fotografieren blieb zwar grau, doch anschließend wurde er am Computer mit einer Textur in Erd- und Naturfarben versehen, vor der die formatfüllenden Tierköpfe wie auf Ölgemälden des 19. Jahrhunderts hervortreten. Tatsächlich habe er mitunter nächtelang „gepinselt“, erzählt Uli Stein – mit dem Digitalstift.

Köter aller Rassen und Größen hat sich Uli Stein nach Hause zum Fotoshooting einbestellt – von der Promenadenmischung aus einer rumänischen Tötungsstation bis zum Rassehund, vom 85 Kilogramm schweren Mastiff namens „Ferguson“ bis zum rund 1000 Gramm leichten Zwergpudelwelpen „Günni“. Je strubbeliger, lockiger oder faltiger das Fell, umso besser. Vor allem die „Frisuren“, Ohren und Augen haben es Uli Stein angetan. „Jeder Hund hatte seine eigene kleine Persönlichkeit“, sagt er.

Dennoch ist Uli Stein, der in den 70er Jahren einen Bobtail besaß („mein erster und einziger Hund“), nicht in Versuchung gekommen. „Nein, aber ich habe mich in ein paar von ihnen sehr verknallt.“ Glücklicherweise lebt der Cartoonist nicht hundelos. Seine „wA“ (wunderbare Assistentin) bringt seit vielen Jahren ihre Hunde mit zur Arbeit, etwa „Fräulein Bruni“, die mit den Models nach dem Shooting im Garten herumtobte.

Hinterm Sessel versteckt

Dass Tierfotografie ein schwieriges Unterfangen ist, kann Uli Stein nicht bestätigen. Erstaunlicherweise waren die kleinen Hunde oft viel robuster und gelassener als manche große, erzählt er. Ein paar Models haben sich sogar hinter dem Sessel versteckt. Da brauchte es viel Überredungskunst und die Fantasie des Fotografen, der etwa die Klingeltöne seines Handys einsetzen oder auch mal losheulen musste, um die Aufmerksamkeit des Vierbeiners zu ergattern – „alles nur eine Frage der Geduld“.

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