Wehrder - Mit Schaufeln – für die groben Arbeiten – und filigranerem Werkzeug ausgestattet, machen sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Niedersächsischen Institutes für historische Küstenforschung auch im Sommer wieder ans Werk, um Untersuchungen im Rahmen des Elsfleth-Projektes durchzuführen.

Im Frühjahr war ein neunköpfiges Team von Wissenschaftlern auf einem Acker in Höhe der Wehrder-Teiche an der Bundesstraße 212 auf erstaunliche Funde gestoßen: Tonscherben und Knochenreste von Tieren, Überreste von Häusern und ein ausgetrockneter Priel (die NWZ  berichtete).

Nun sollen neben den archäologischen und landschaftsarchäologischen Untersuchen auch spezielle Analysen an Keramik- und Metallobjekten durchgeführt werden, um Informationen über die Entwicklung der Töpfertradition während der frühgeschichtlichen Nutzung des Hogenkamps zu erhalten.

„Wir führen in der Zeit vom 11. Juli bis 30. September eine archäologische Ausgrabung auf dem Acker durch“, sagt Archäologin Saryn Schlotfeldt. Es handle sich bei dem Fundplatz um einen kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Ufermarkt, der in einem neuen, auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt untersucht werden soll, so die Archäologin weiter.

Derzeit stehen jedoch noch vorbereitende Arbeiten auf dem Programm der Archäologen, erzählt Schlotfeldt. Zunächst muss der ausgewählte Bereich von Pflanzen befreit werden, damit die eigentlichen Ausgrabungsstellen wieder freigelegt werden können.

„Wir werden ausgewählte Stellen genauer untersuchen, hierzu zählt auch ein bereits im März entdeckter Befund, und versuchen die Struktur des Platzes in Richtung eines verlandeten Wasserlaufes zu erfassen.“ Im Frühjahr waren die Forscher beispielsweise auf die Überreste eines abgebrannten Hauses und eine alte Herdstelle gestoßen.

Dieses Mal haben auch die Anwohner die Gelegenheit, den Forschern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, denn für Interessierte werden auch Führungen durch Mitarbeiter des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung angeboten.

Jeden Mittwoch, vom 20. Juli bis 21. September, können Interessierte ab 16 Uhr mehr über den kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Ufermarkt Elsfleth-Hogenkamp auf der Ausgrabung an der B 212 erfahren.

Treffpunkt für die Führungen ist am Eingang zur Ausgrabungsstelle an der B 212. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Parkmöglichkeiten gibt es an der Dalsper Hellmer, nördlich der Ausgrabungsstelle.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake