Cloppenburg - Er schlängelt sich von Cloppenburg über Dwergte und Molbergen ins Saterland bis hin nach Leer, „Der vergessene Weg“, wie ihn Lukas Aufgebauer vom Museumsdorf Cloppenburg nennt. Gemeinsam mit Antje Hoffmann, Leiterin des Moor- und Fehnmuseums Elisabethfehn, hat er eine Radtour ausgearbeitet, die die Radler auf den Spuren eines alten Handelswegs zwischen Geest. Moor und Marsch der Geschichte näherbringen soll.

Es ist die erste Radtour des Museumsdorfs überhaupt, die am Donnerstag bei einem Pressegespräch vorgestellt wurde. „Und passt hervorragend ins kulturtouristische Themenjahr Land der Entdeckungen“, so Aufgebauer.

Die Radroute folgt dem alten Handelsweg der Saterländischen „Bootjer“, die auf dem Wasserweg Waren zwischen Ostfriesland und der Cloppenburger Geest transportierten. Die Tour ist 92 Kilometer lang – „und getestet“, betont Aufgebauer. Schließlich sei sie nicht nur erdacht, sondern auch abgefahren worden. Die Tour – als gpx-Track fürs Smartphone erhältlich – führt teilweise die bekannte Boxenstopp-Route entlang, „ist also wirklich gut zu befahren“, verspricht Aufgebauer, der zu einer Übernachtung im Saterland rät.

Startpunkt ist das Museumsdorf, von dort aus geht es durch die Cloppenburger Geest, eine Moränenlandschaft, die in der Saale Eiszeit, als riesige Gletscher das Land bedeckten, entstand. Die Geest wurde schon früh besiedelt, erfahren die Radler aus der extra aufbereiteten Broschüre der Museen, bevor es weiter nach Dwergter Sand geht. Wie trostlos diese Umgebung früher einmal auf manch Reisenden gewirkt haben muss, beschreibt Johann Gottfried Hoche (1762-1836) in einem Reisebericht recht anschaulich, aber auch melodramatisch: „Die Gegend hier ist so traurig, dass ich mein Gesicht über eine Stunde unter der Decke verbarg, um gar nichts zu sehen“, zitiert Aufgebauer.

Weiter geht es zur Marka und zum alten Handels- und Umschlagplatz Ellerbrock. Auf der Marka treidelten die Saterländer „Bootjer“ ihre Waren auf ihren kleineren, flachen Booten. Bedeutet: Die Boote wurden von Hand an langen Seilen vom Ufer aus gezogen – flussaufwärts eine anstrengende und zeitraubende Arbeit.

Die Tour führt dann Richtung Saterland. Wer möchte, kann an der Paddel- und Pedalstation zwischen Scharrel und Strücklingen das Rad gegen ein Boot eintauschen und den alten Handelsweg stilecht auf der Sagter Ems folgen, bevor die letzte Etappe über die Johanniterkapelle in Boklesch weiter an die Leda und bis zur alten Handels- und Schifffahrtsstadt Leer führt.

„Am 22. April und 27. Mai bieten wir auch geführte Radtouren an, die drei Tage dauern“, so Aufgebauer. Infos gibt es bei Frank Preisner unter t  0 44 71/94 84 63.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord