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Geschichte Auf den Spuren Strücklingens

Bokelesch - Der Bürgerverein Strücklingen möchte sich – wie berichtet – neu aufstellen und will verschiedene Projekte anschieben, bei denen sich Bürger mit einbringen können. So plant Joachim Bunger vom Informationszentrum Friesische Johanniter in Bokelesch, sich auf Spurensuche zu begeben, um eine Chronik der alten Gemeinde Strücklingen zu erstellen. Er ist 2. Vorsitzender des Bürgervereins und hauptverantwortlich für die Themengruppe „Spurensuche – Chronik der alten Gemeinde Strücklingen“.

Material erweitern

Die Chronik befinde sich derzeit in ihren Anfängen. In welcher Form sie nachher erscheinen wird, liege daran, was für Material zusammenkomme, so Bunger. Und einiges hat er schon gesammelt.

Denn seine eigenen Recherchen zur Ausstellung 2015 „Die Gemeinde Strücklingen im Wandel der Zeit“ (die NWZ  berichtete) kommen ihm zugute. Nun soll dieses Material erweitert werden, mit Hilfe von Bürgern oder anderen Interessierten, die Sachkenntnisse haben. Mit einigen Zeitzeugen waren seinerzeit Tonbandaufnahmen entstanden. Eine Zeitzeugin, Agnes Kruse, sei mittlerweile im Alter von 92 Jahren verstorben, so Bunger. Videoaufnahmen hatte er zudem mit Conrad Niemeyer, Hans Ahlrichs und Fritz Kruse gemacht. Jetzt werden noch weitere Zeitzeugen, Bilder, Karten oder Dokumente gesucht.

Die Ausstellung, die Material bis in die 50er Jahre umfasst, sei eigentlich nur für ein paar Wochen angedacht gewesen, so Bunger. Aber die Nachfrage und auch die Beteiligung der Bürger – damals wurden vor allem Fotos gesucht – sei so groß gewesen, dass er sie verkleinert im Flur des Infozentrums aufgebaut und das Material auch in Ordner geheftet habe. Auch jetzt könnten sich die Leute bei einem Besuch des Infozentrums noch in die Listen eintragen und festhalten, wenn sie jemanden auf alten Fotos wiedererkennen. Immer mal wieder würden Interessierte kommen, die alte Bilder aus Strücklingen dabei hätten, sagt der 60-jährige Bunger, der in Bollingen geboren wurde.

Wie er sagt, habe Wittensand bereits eine Art Chronik (1845 bis 1995), die 1993 von Georg Pahl sen. erstellt wurde. Die meisten Bilder stammen von Heiner Pahl. Die Chronik beginnt zu der Zeit, als Menschen von Utende nach Wittensand gezogen seien, so sei auch ein Teil der Geschichte Utendes darin enthalten. Was gerade die Geschichte von Bollingen und Strücklingen angehe, „da gibt es Nachholbedarf“, sagt Bunger.

1473 erwähnt

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden sei der Ort Strücklingen 1473 im Schatzungsregister Cloppenburg als „Strucklingen“. Bei Bollingen und Utende sei es bereits 1359 gewesen. Die alte Kirche in Utende sei damals auch von den Bollingern mitbenutzt worden, erzählt Bunger. Sie kamen nur über eine Fußgängerbrücke am Wiesengrund dorthin. Als man in Strücklingen dann eine neue Kirche bauen wollte, um den Bollingern aufgrund des langen Weges entgegenzukommen, habe Strücklingen an Bedeutung gewonnen. 1877 sei diese Kirche dann abgerissen und die Kirche St. Georg 1900 gebaut worden. Dazwischen, sagt Bunger, habe es eine Notkirche gegeben.

Gewachsen sei Strücklingen mit dem Bau der Kanäle im 19. Jahrhundert. So habe es einige Werften in Utende, Strücklingen und Bollingen gegeben. Über die Sagter Ems wurden zum Beispiel Muscheln verschifft, die dann in der Kalkbrennerei Utende mit Torf zu Muschelkalk verarbeitet wurden. 1900 habe die Gemeinde Strücklingen sogar mehr Einwohner gehabt als Friesoythe und sei die größte auf dem Gebiet des heutigen Nordkreises gewesen.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland
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