Bad Zwischenahn - Mit zahlreichen Aktionen haben die Mitglieder des „Julius-Clubs“ die Sommerferien verbracht. Und alle hatten etwas gemeinsam: Sie hatten mit Büchern zu tun und sollten möglichst viele Kinder in die Gemeindebücherei „Bibliothek am Meer“ locken.

„85 Kinder hatten sich angemeldet, 80 davon haben auch angefangen“, zieht Diana Marten eine positive Zwischenbilanz. Wie viele tatsächlich die Club-Vorgabe, zwei Bücher in den Ferien zu lesen, erfüllt haben, wird sich bei der Abschlussveranstaltung am 8. September zeigen. Aber schon jetzt steht für die Büchereileiterin fest, dass das Angebot auch 2013 gemacht werden soll. „Wir wollen daran festhalten und es künftig immer über die Sommerferien anbieten.“

Ein Höhepunkt der Veranstaltungsreihe war ein Rezensionsworkshop mit Wolfgang Stelljes. Der Autor und Journalist hatte den Kindern im Juli Tipps für die Beurteilung von Büchern gegeben. Die nachfolgenden Ergebnisse sind dabei herausgekommen. Vielleicht ist ja noch ein Tipp für die letzten Ferientage dabei.

Birte (11 Jahre) hat „Der Afrikanische Spiegel“ von Liliana Bodoc gelesen:

„Liliana Bodoc hat das Buch wahrheitsgemäß geschrieben. Vieles ist wirklich passiert und geschieht leider immer noch. Die Geschichte: Atima Imaoma wurde in Afrika geboren und im Alter von fast drei Jahren von Menschenhändlern nach Europa verschleppt. Ihr einziges Andenken an ihre Heimat ist ein Spiegel mit Ebenholzrahmen. Liliana Bodoc hat das Buch so geschrieben, dass man bewegt und gerührt wird. Und man weiß, wofür man spendet, was die Spende bewirkt und wie es den Menschen geht. Eine ernste und nachdenklich machende Geschichte für Kinder ab elf Jahren.“

Emma (10 Jahre) bespricht „Percy Pumpkin – Mord im Schloss“ von Christian Loeffelbein:

„Dieses Buch handelt von Percy Pumpkin, einem etwa 13 Jahre alten Jungen, der gerade Ferien hat. Percy meint, dass Ferien ohne Onkel Ernie nichts nützen. Doch seine Mutter ist stur: Percy muss zu seiner Tante – auf Schloss Darkmoor Hall! Warum aber kommt ihm das Gefühl, das Schloss schon einmal besucht zu haben? Wer hat Köchin Brenda ermordet? Wankt wirklich ein echtes Monster durch den Park? Und was verbirgt sich in dem Sarkophag? Dieses Buch ist ein spannender Roman für Mädchen und Jungen, die sich gern ein wenig gruseln. Meiner Meinung nach lässt die Spannung nie nach und fesselt einen, sobald man sich in die Geschichte hineingelesen hat. Unter zehn Jahren sollte man es aber besser noch nicht lesen.“

Geeske (12 Jahre) hat „Holundermond“ von Jutta Wilke unter die Lupe genommen:

„In Holundermond geht es um die Erlebnisse eines Mädchens namens Nele, das heimlich im Kofferraum ihren Vater nach Wien begleitet. Dort geht sie zusammen mit ihrem neuen Freund Flavio auf die Suche nach dem Geheimnis eines Klosters – das hier natürlich noch nicht verraten werden soll. Ich finde, dass Holundermund ein schöner Roman ist, weil er spannend ist, aber auch traurig. Mir gefiel nicht so gut, dass man manchmal durcheinander kommt mit den unterschiedlichen Figuren und Gegenständen. Holundermond ist ein Buch für Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 14 Jahren, die gerne Rätsel lösen.“

Jakob (11 Jahre) schreibt über „Die rote Pyramide“ von Rick Riordan:

„Dieses Buch hat einen langweiligen Anfang, weshalb ich aufgehört habe zu lesen. Es handelt von zwei Geschwistern, deren Vater ein berühmter Ägyptologe ist. Die Geschwister treffen sich nur zweimal im Jahr. Gerade da muss ihr Vater ein Experiment durchführen, wobei er von Ramses entführt wird. Um ihn zu retten, sind die beiden bereit, es mit der gesamten Götterwelt aufzunehmen. Doch wie gesagt: Dieses Buch hat einen äußerst langweiligen Anfang. Ich kann es auch Percy-Jackson-Fans trotz manch lobender Stimmen nicht empfehlen.“

Ann-Kathrin (11 Jahre) und Malina (12 Jahre) haben „Fat Cat“ von Robin Brande gelesen:

„Der Titel verrät es: Die Hauptfigur in diesem Buch heißt Cat. An ihrer Schule findet eine siebenmonatige Projektphase statt, die ihr ganzes Leben verändern wird: Sieben Monate lebt sie nach dem Beispiel eines „Homo erectus“. Das heißt vor allem, keine industriell verarbeitet Nahrung zu sich nehmen und auf moderne technische Geräte wie Handy, Auto usw. zu verzichten. Dadurch kommt sie einem früheren Freund wieder näher. Außerdem ist sie nach ihrem Projekt kreativer, dünner und selbstbewusster geworden. Fat Cat ist ein humorvolles, aber auch ernstes Buch.“

Maximilian (11 Jahre) und Kaua (11 Jahre) haben sich mit „Hugos geniale Welt“ von Sabine Zett beschäftigt:

„In diesem Buch geht es um einen Jungen namens Hugo. Hugo meint, er wäre ein Genie, eine Sportskanone und der coolste Junge der Schule, aber in Wirklichkeit ist er das direkte Gegenteil. Meist hängt er mit seinem Freund Nico ab und plagt sich mit dem größten Problem, das man in seinem Alter haben kann: Wie wird man von einem Durchschnittstypen zum Superhelden? Denn Hugo ist in ein Mädchen namens Viola verknallt und will sie als Sportler beeindrucken – doch leider ist er ohne jedes Talent. Hugos geniale Welt ist aber auch ein Buch über den ganz normalen Ärger, den man in der Familie und in der Schule haben kann. Und es ist ein Buch über Freundschaft – zwischen Hugo und Nico.“

Patrick (12 Jahre) und Eric (11 Jahre) haben ihre Meinung zu „Geisterschiff Vallona“ von Lena Ollmark aufgeschrieben:

„Karl soll nur ein paar Wochen bei seinem Großvater in Krabbsjögrund sein. Aber in diesen Herbsttagen ist in dem kleinen Küstenort alles anders. Eine unheimliche, fast bedrohliche Stimmung liegt über der Stadt. Und dann zieht auch noch der Graue auf – die Menschen aus Krabbsjögrund nennen dichten Nebel den Grauen – und Karls Großvater verschwindet spurlos … Das „Geisterschiff Vallona“ ist ein Buch für Leser und Leserinnen ab elf bis 14 Jahren mit starken Nerven.“