Hude/Kirchkimmen - Der Spagat zwischen Kunst und Ökonomie, zwischen wahrer Kunst und der Ware Kunst, ist ein sehr schwieriger. „Nicht alles, was teuer ist, ist gut“, sagt Frank Ludwig Giesen, Galerist in Kirchkimmen (Galerie am Stall). Er sieht sich damit im Einklang mit dem Direktor der Art Cologne in Köln, Daniel Hug, der in einem Interview sagte: „Markterfolg hat leider nicht immer etwas mit guter Kunst zu tun.“
„Kunst ist zum Objekt der ökonomischen Begierde weltweit geworden“, stellt Galerist Giesen fest. „Es kommt nur darauf an, dass man bekannt ist und dass es teuer ist.“ Gute Kunst gebe es aber auch preisgünstig.
Ganz bewusst hat Giesen nun sein neuestes Projekt „Shopping Mall“ genannt. Keine reine Ausstellung, sondern eine Installation, die mit einer ironisch-witzigen Performance am Sonnabend, 18. April, 17 Uhr, eröffnet wird.
Der Bildhauer Thomas Putze aus Stuttgart und der Maler Piotr Rambowski aus Bremen sind seit Mittwoch in Giesens Kunstscheune am werkeln, um eine begehbare Installation zu schaffen.
Da treffen die witzig-skurrilen Holzskulpturen, wie die „Klappsau“ und das „Versaute Parkett“ von Thomas Putze auf verspielt-farbige Ölmalereien von Piotr Rambowski. Es darf geguckt und gekauft werden, in dieser ungewöhnlichen „Shopping Mall“. Und selbst die Papiertüten, in denen Käufer die erworbene Kunst nach Hause tragen, sind von Künstlerhand gestaltet. Denn Thomas Putze ist auch begnadeter Zeichner. Seine schnell hingeworfenen Tuschezeichnungen haben einen ganz besonderen Reiz.
Die beiden Künstler haben eine Menge Spaß an ihrer Kunst. Das wird sich auch auf die Besucher übertragen.
Zur Eröffnung am Sonnabend sind alle herzlich eingeladen. Das wird nicht staubtrocken. Sondern es werden Späne fliegen. Und der Schweiß wird rinnen. Das Ganze mit Musik, versprechen die beiden Protagonisten.
Natürlich wird es auch einführende Worte geben. Die spricht Dr. Annett Reckert, Leiterin der Städtischen Galerie Delmenhorst.
Die „Shopping Mall“ ist bis zum 17. Mai geöffnet. Mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr.
Wie die NWZ bereits berichtete, gibt es auch Musik und eine Lesung auf der Bühne.
Am Sonnabend, 24. April, findet die szenische Lesung „Liebe, Tod und Teufel“ mit Benedikt Vermeer statt. Am Sonnabend, 2. Mai, rocken Arndt Baeck und Jörn Meyer die Kunstscheune. Die Reggae-Band Coffee aus Bremen ist am 9. Mai zu hören. Und Himmelfahrt, 14. Mai, gastiert das Jazztrio Jazz Smells.
Beginn des Bühnenprogramms ist jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
