Ganderkesee - „Sie hat viel für die Gleichstellung der Frauen auf dem Land getan“, betonte Brigitte Witte, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Und Wirtschaftsförderin Christa Linnemann meinte, so „eine berühmte Persönlichkeit“ sei ein Aushängeschild für Ganderkesee. Die Rede ist von Dora Garbade (1893-1981), Gründerin des Landfrauenverbandes Weser-Ems und Mitbegründerin des Evangelischen Dorfhelferinnenwerkes. Im Rahmen der landesweiten Initiative „frauenORTe“ soll das Wirken Garbades einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Ganderkesee ist einer von insgesamt 21 „frauenORTen“ in Niedersachsen. Der Einsatz Garbades für Aus- und Fortbildung habe zu weitreichenden sozialen Verbesserungen der Frauen im ländlichen Raum geführt. In der Zeit des NS-Regimes habe sie sogar eine Frau jüdischer Herkunft ausgebildet, hat Historikerin Dr. Anke Sawahn (Hannover) herausgefunden. „Das war eine herausragende Tat.“

Der Landfrauenverband Weser-Ems hat Garbade für die Initiative „frauenOrte“ vorgeschlagen, wie seine Geschäftsführerin Dr. Waltraud Böden erklärte. Zu den 21 Persönlichkeiten gehören Frauenrechtlerin Helene Lange oder die Schriftstellerin Ricarda Huch. Die Vorbereitungen für den „frauenORT“ in Ganderkesee währten eineinhalb Jahre. Bei einer Auftraktveranstaltung am Freitag, 22. März, im Hotel Backenköhler (Stenum) erinnern Zeitgenossen und Vertreter des öffentlichen Lebens an das Werk Garbades. Zu der „Rückschau“ werden Dr. Bernhard Skupin (Nordenham), Enkel von Dora Garbade, und Anneliese Frahne, ehemalige Vorsitzende des Landfrauenverbands, erwartet. Erstmals soll dort der mit 500 Euro dotierte „Dora-Garbade-Preis“ vergeben werden. Welche „mutige, tatkräftige und weitsichtige“ Landfrau den Preis erhalte, wollte Böden am Montag im Rathaus nicht verraten. Der von Skupin gestiftete Preis soll künftig einmal jährlich verliehen werden. Anmeldungen für die Auftaktveranstaltung nimmt Meike Ahlers, Vorsitzende des Landfrauenvereins Ganderkesee, unter E-Mail „meike.ahlers@ewetel.net“ entgegen.

Für den „frauenOrt“ haben die Gästeführerinnen der Gemeinde besondere Angebote erarbeitet, wie Karin Bellers und Elisabeth Kühling erklärten. Die Touren führen auch zum Gut Nutzhorn, der einstigen Wirkungsstätte Garbades. Zur Reihe der Veranstaltungen gehört ebenso eine Ausstellung im Rathaus, die am 18. August eröffnet wird.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent