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Das Boot Auf Tauchstation mit U 96

Christian Schöckel

Nordenham - Selten hat ein Kriegsfilm Geschehnisse so brutal und gleichzeitig so packend, so ehrlich und ohne Pathos beschrieben wie der Film „Das Boot“ mit Star-Schauspielern wie Jürgen Prochnow, Martin Semmelrogge und Herbert Grönemeyer in den Hauptrollen. Die deutsche Produktion war ein Welterfolg, war für sechs Oscars und einen Golden Globe nominiert und von der British Academy of Film als „Bester Film des Jahres“ ausgezeichnet worden. Dass der 1981 gedrehte Film auch heute noch die Zuschauer fesselt, zeigte sich bei einer Sonderaufführung der Langversion im Nordenhamer Kino. Filmpalast-Betreiber Hans-Joachim Döring und die NWZ  hatten dazu eingeladen.

Realer Hintergrund

Die Vorlage für das Drehbuch lieferte der Roman von Lothar-Günther Buchheim, und sie hatte einen ganz realen Hintergrund. Der Oldenburger Friedrich Grade war 1941 dabei, fuhr auf der U 96 als Leitender Ingenieur mit und führte heimlich Tagebuch. Jetzt, 75 Jahre später, stellte er der NWZ  seine Aufzeichnungen für eine außergewöhnliche Serie über dieses erschütternde Stück deutscher Geschichte zur Verfügung. Das große Interesse an der NWZ -Serie gab den Anstoß, die dreistündige „Director-Cut-Fassung“ des Films in dem Nordenhamer Lichtspielhaus zu zeigen.

Den Film hierher zu holen, sei gar nicht so einfach gewesen, erzählte Hans-Joachim Döring. Denn „Das Boot“ sei längst beim Verleiher Constantin-Film aussortiert worden. Alle Rechte lägen jetzt wieder bei der Bavaria-Filmproduktion. Diese aber vergebe Lizenzen normalerweise nur an Fernsehanstalten und nicht an Kinos. Daher musste der Filmpalas-Betreiber ein Sonderrecht für die Aufführung heraushandeln.

Mit der Resonanz zeigte sich Hans-Joachim Döring zufrieden. Die Sitzreihen im Filmpalast waren etwa zur Hälfte besetzt. Von rosigen Zeiten könne man in der Nordenhamer Kinoszene zwar noch nicht sprechen, wohl aber von einer Trendwende. „Die Kurve ist durch“, sagte er, „Kino geht hier nicht unter.“ Die Sondervorstellung habe dies bestätigt. Vor allem ältere Menschen und besonders auch Frauen würden das Kino neu entdecken.

Die Zuschauer der Sondervorstellung folgten gebannt der Geschichte von der siebten Feindfahrt der U 96. „Von 40 000 U-Boot-Matrosen kehrten 30 000 nie zurück“, war in großen Lettern im Vorspann zu lesen. Das saß. Mucksmäuschenstill war‘s im Saal – nur gelegentlich hörte man das Knistern der Chipstüten. Und von einem Augenblick auf den anderen stürzten sich die Kinogäste gemeinsam mit der Crew und dem Kommandanten, dessen Namen nie genannt wird, der nur immer „der Alte“ heißt, ins Abenteuer.

„Ein echter Kultfilm“

„Ich war ewig lange nicht mehr im Kino. Den Film habe ich zwar schon drei- oder viermal im Fernsehen gesehen, aber auch noch nie in dieser langen Version. Ein echt toller Film“, sagte Peter Kröger später begeistert. „Einfach interessant, sehr gut gemacht – und ein echter Kultfilm. Irgendwie fühlt man, wie es früher wirklich war,“ pflichtete Heiko Neumann ihm bei.

Die exklusive NWZ-Serie zur Geschichte von U 96 lesen Sie hier.

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