AUGUSTFEHN - Chinesische Statuen, chinesische Schriftzeichen, chinesische Bücher: Wer Karl-Heinz Matten in Augustfehn besucht, weiß sofort, dass es sich um einen echten Liebhaber des Reichs der Mitte handelt. Keine Frage, dass er kürzlich auch die Möglichkeit nutzte, sich bei der Frankfurter Buchmesse über die vielfältige Literatur aus dem Land und über das Land zu informieren. Denn China war in diesem Jahr das Schwerpunktthema.

„Als mein Sohn 17 Jahre alt war, hatte er den festen Entschluss gefasst, nach dem Abitur Sinologie – also Chinesisch – zu studieren. Ich dachte nur, wie will er damit eine Familie ernähren?“, erinnert sich Matten lachend. Damals habe er ihn für sechs Wochen nach Peking geschickt, zum Besuch einer Fachschule. „Eigentlich dachten wir, dass ihn das abschrecken würde, aber das Gegenteil war der Fall.“ Sein Studium in Bonn, China und Japan hat Mattens Sohn inzwischen beendet und Erfahrungen im Berufsleben gesammelt. Erst kürzlich hat der 32-Jährige eine Juniorprofessur in Erlangen angenommen. Doch auch ins Privatleben der Mattens hat die chinesische Kultur Einzug gehalten, denn Sohn Marc-Andre fand in China mit Hongyan Wang die Frau fürs Leben. „So haben wir eine echte chinesische Hochzeit erleben dürfen. Das war für uns eine sehr interessante Erfahrung“, erzählt Matten.

Vier Mal war er inzwischen im Abstand von mehreren Jahren zu Besuch im Land der Mitte und hat die rasante Entwicklung miterlebt. „Überall wird gebaut, und auf den Straßen sind viele moderne Autos unterwegs“, nennt Matten Beispiele. „In China gibt es extreme soziale und kulturelle Unterschiede. Aber alle Menschen sind nett und freundlich. Was ich an den Chinesen bewundere, ist ihre Fähigkeit, trotz aller Fährnisse des Lebens wie Smog, enge Wohnverhältnisse oder lange Arbeitszeiten bei schlechter Bezahlung immer gut drauf zu sein. Die jammern nicht, die haben Power. Sie wollen ihre Chancen nutzen.“

Die Jahrtausende alte Tradition dieses Landes zwischen Konfuzius, Kaiser und Kommunismus und die aus europäischem Blickwinkel manchmal exotisch wirkenden Sitten finden sich auch in der Literatur wieder. „Es sind bei der Messe eine Menge interessanter Bücher von chinesischen, aber auch von westlichen Autoren vorgestellt worden. Das war schon schwierig, einige auszuwählen“, sagt Matten. Fünf seiner mitgebrachten Bücher empfiehlt er den Ammerländern nun zum Schmökern an langen Herbst- und Winterabenden (siehe Info-Kasten).