AUGUSTFEHN - Ein Hauch der großen, weiten Welt wehte durch Augustfehn, als im Rahmen der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Gemeindezentrums der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde am Osterkamp der ehemalige ZDF-Traumschiffpianist Waldemar Grab zu Gast war.

Wer sich allerdings auf einen gemütlichen Pianisten und seichtes Klaviergeplätscher eingestellt hatte, wurde überrascht: Waldemar Grab ist ein wahres Unterhaltungstalent. Die Klavierdarbietungen wechselten mit biographischen Erzählungen ab. Mit einem Augenzwinkern plauderte er zum Beispiel über seine frühen Klavierübungen im Kindesalter und stellte den Zuhörern sogleich seine damalige Bachinterpretation vor – in zackigem Swingrhythmus.

Swing zog sich durch den Großteil des Konzertes, untermalt mit den schönsten Traumschiffbildern, die auch seine Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff spiegelten. Dabei schwelgten die Zuhörer in Südseestimmung. Scheinbar schwerelos flogen seine Finger über die Tasten des Klaviers und viele bekannte Melodien erhielten durch seine Improvisationen eine heitere Leichtigkeit. Bei einigen Stücken griff er zum Mikrofon und sang seine Texte mit volltönender, samtener Bassstimme und lud sogar spontan einen der Gemeindeschlagzeuger zu einem Duett auf die Bühne ein.

Sehr unterhaltsam waren seine Anekdoten über das Zustandekommen des Kontaktes zu Andre Rieu und dem ZDF-Traumschiffproduzenten Wolfgang Rademann, der ihn dann schließlich als Pianisten auf dem Kreuzfahrtschiff engagierte. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie ließ er die Zuhörer teilhaben an sonderbaren Begebenheiten, die er auf den knapp 100 Weltreisen in sieben Jahren erlebt hat.

Seine Hinwendung zum Glauben an Jesus Christus schilderte er ebenfalls mit Hilfe von Musik und Sprache. Er hatte sich bereits mit den verschiedensten Religionen befasst, aber eines Abends fand er beim Lesen der Gideonbibel in einer Luxussuite bei Jesus die Antwort auf seine Fragen. Seither ist es ihm ein Anliegen, anderen zu erzählen, dass keine steile Karriere, kein Geld und keine Macht der Welt diese Sehnsucht nach echtem und sinnerfüllten Leben stillen kann.

Tags darauf, im Gottesdienst, vertiefte er dieses Thema von der Kanzel aus und bereicherte den Kirchengesang mit seiner einzigartigen Melodieinterpretation am Klavier.