AUGUSTFEHN - AUGUSTFEHN - Das Theaterspielen ist ihre ganz große Leidenschaft und mit Begeisterung engagieren sie sich in der Theater-AG an der Augustfehner Haupt- und Realschule. Dank der Vermittlung ihres Lehrers Ingo Zach hatten sechs Schülerinnen kürzlich die Gelegenheit, an einem Projekt des Oldenburger Ateliers „Blauschimmel“ teilzunehmen.
Für ein Wochenende schlüpften Bianca Wortmeyer, Hanne Boyken, Martina Thomßen, Vanessa Ahrens, Kristina Rosskamp und Jessica Behrens in die weißen Kittel des „Genopolis Forschungslabors“. Das gleiche machten Bewohner der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit in Bockhorn. Ziel des Projektes war es, junge Menschen mit und ohne Behinderung für die Problematik der Gentechnologie zu sensibilisieren und gleichzeitig Raum für Begegnungen zu schaffen.
Zum Themenkomplex Gentechnologie - Genmanipulation wurde als Einstieg die Frage nach dem „perfekten Menschen“ aufgeworfen. Die Teilnehmer machten sich gemeinsam Gedanken, wie er aussehen und beschaffen sein sollte. Man stellte fest, dass jeder eine andere Vorstellung hatte. Die Schülerinnen berichteten wie man das „Für“ und „Wider" abwägen lernte und wie die Grenzen plötzlich verschwammen. Man sprach über die Möglichkeiten „erwünschte und unerwünschte“ Eigenschaften von Lebewesen zu beeinflussen. Die Mädchen erklärten, dass sich irgendwann die Frage stellte was überhaupt als eine Behinderung anzusehen sei.
Auf künstlerische Art und Weise stellten die jungen Augustfehnerinnen gemeinsam mit den behinderten Menschen aus Bockhorn die Ergebnisse ihres „Genopolis Forschungslabors" dar.
So wurde im szenischen Spiel ein Laden vorgestellt, in dem man sich „seinen Menschen" individuell anfertigen lassen kann. Eine andere Gruppe zeigte, wie aus herkömmlichen Tomaten durch Genmanipulation „Killertomaten" wurden, um sich gegen nagende Mäuse zu wehren.
Die Teilnehmerinnen erzählten von anfänglichen Berührungsängsten in der Gruppe und wie durch die gemeinsame Arbeit die Hemmschwellen überwunden wurden. Es seien Freundschaften entstanden. Man habe gelernt, was Behinderung bedeute und dass man vor dem Umgang damit keine Angst haben muss.
Das Projekt „Genopolis Forschungslabor" war unter der Leitung des Oldenburger „Blauschimmel“ Ateliers auf Deutschlandtournee und wurde von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Auftrag gegeben. Mehr Infos unter
