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Projekt Schüler reisen zurück in die Vergangenheit

Anna Maria Weiss

AUGUSTFEHN - „Es ist interessant, etwas über Augustfehn in der Nazi-Zeit zu erfahren. Sonst hört man ja immer nur etwas über Ereignisse in großen Städten.“ So oder ähnlich lauten die Kommentare der Haupt- und Realschüler aus Augustfehn nach den Erzählungen von Werner Orth. Der 79-Jährige ist als Zeitzeuge zur Präsentation der Ergebnisse des Projekttags „Tag der Geschichte“ zum Thema „Kindheit und Jugend im Lauf der Geschichte“ in die Schule gekommen und berichtet von seiner Erfahrungen als Kind im Dritten Reich.

Bereits zum dritten Mal

Der „Tag der Geschichte“ ist ein Projekt, dass der Fachbereich Geschichte bereits zum dritten Mal veranstaltet. Organisator Dietmar Haß erklärt: „Am 9. November gibt es einen ganzen Tag lang nur Geschichtsunterricht. Dieses Datum ist historisch ein sehr wichtiges.“

Besonders beeindruckt sind die Schüler nun davon, dass der in Augustfehn aufgewachsene Orth sie an seinen persönlichen Erinnerungen teilhaben lässt. So erfahren sie, dass Orth seinen Bruder 1945 verlor oder wie seine ältere Schwester Dora ihn mit dem Fahrrad aus Göttingen abholte, weil er dort zwischenzeitlich zur Schule ging. Werner Orth betont, dass nie die Grausamkeit vergessen werden dürfe, mit der die NS-Ideologie durchgesetzt wurde.

„Auch in Augustfehn waren nicht alle mit Hitler einverstanden. Ein Landwirt hatte zum Beispiel einer Vogelscheuche auf seinem Feld eine SA-Uniform angezogen. Am nächsten Tag umstellte die SA sein Haus und nahm ihn mit“, erinnert sich Orth.

Die Klassen stellten ihre Gedanken zum Thema auf ganz unterschiedliche Weise vor. Vier Schülerinnen der Klasse R9b stellten die Entwicklung der Jahre 1933 bis 1945 in zwölf Minuten dar. Andere Klassen hatten auf Stellwänden ihre Ergebnisse zu den Themen „Kinderarbeit im Laufe der Zeit“ oder Augustfehn im Dritten Reich ausgestellt. Ein Raum wurde zum Kino umfunktioniert. Hier zeigten die Klassen R9b und R9c zwei Filme, in denen sie die Kindheit und Jugend damals und heute verglichen. „Die Schüler sind zum größten Teil sehr gut bei der Sache und nehmen besonders die Angebote Film und Zeitzeugen-Erzählung gut an“, freute sich Organisator Haß.

Reges Interesse bestand auch an einer Schreibwerkstatt. Hier lasen acht Jugendliche Anfänge von Geschichten zum Nationalsozialismus vor. Die Mitschüler hatten dann die Aufgabe, die Geschichten weiter zu erzählen. „Um die Sache interessanter zu gestalten, werden die besten drei Geschichten einen Preis bekommen“, verrät Haß.

Auch Islam ein Thema

Doch nicht nur mit Kindheit und Jugend in vergangenen Tagen beschäftigten sich die Schüler. Der achte Jahrgang hatte sich mit jungen Muslimen heute auseinandergesetzt und auch grundlegende Informationen zum Islam und Migration zusammengetragen. In einer Ausstellung, einer szenischen Darstellung und einem Video stellten sie ihre Ergebnisse vor.

„Dieses Projekt ist gut für unsere Schule. Ich freue mich, wie engagiert die Schüler und Kollegen daran mitgearbeitet haben“, sagte HRS-Schulleiter Dr. Ralf Drabent.

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