AUGUSTFEHN - „Wir wollen einen Beitrag zur Jugendarbeit leisten und den jungen Leuten etwas bieten“, sagt Matthias Huber, Mitglied der Jungsozialisten Arbeitsgemeinschaft (Juso AG) Augustfehn/Apen. Seit Anfang des Jahres plant diese Jugendorganisation der SPD ein Konzert für Toleranz, gegen Rassismus. Dieses findet am 17. Mai 2008 von 18 bis 22 Uhr auf dem Eisenhüttenplatz, neben der Büste des Großherzogs August von Oldenburg, statt. Die Lokalität gab auch gleich den Namen: „Rock am August“

Björn Meyer, Kosima Leonhard, Matthias Huber, Jördis Hasselder, Daniel Lattorf und Torsten Huber sind Initiatoren des Projektes, Hauptveranstalter ist indes die Gemeindejugendpflege Apen. Die Mitglieder der Gruppe sind der Meinung, dass die rechte Szene in Augustfehn immer stärker werde. „Wir wollen den Jugendlichen eine Alternative bieten, ihnen zeigen, dass es noch etwas anderes gibt“, betont Björn Meyer, Vorsitzender der Jusos. „Wir wollen nicht nur zuschauen, sondern etwas tun“, ergänzt Jördis Hasselder.

Auch die Mitarbeiter des Augustfehner Jugendzentrums „MixxTeenz“ – Treffpunkt der Juso AG für ihre Planungs- und Gesprächsrunden – unterstützen das Vorhaben der 18- bis 30-Jährigen moralisch. „Wichtig ist, dass Zeichen gesetzt werden auch wenn man im kleinen Kreis anfängt“, so Renke Thye, Leiter des „MixxTeenz“, der bereits seit vier Jahren für die Jugendlichen aus der Umgebung da ist.

Zum Konzert werden 300 bis 400 Besucher erwartet. Überwiegend Jugendliche sind angesprochen, aber auch „ältere Generationen“ seien bei dem Open-Air-Konzert willkommen. „Blauäugig“ gehe man nicht an das Projekt heran. Dass es möglicherweise Probleme mit Mitgliedern der rechten Szene geben könnte, hoffe man nicht, aber „wir sind zumindest darauf vorbereitet“. Die Organisatoren stehen im Kontakt mit dem Staatsschutz und der Polizei, die auch am Tag des Konzertes anwesend sein werden.

Die Planung nimmt mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Ursprünglich sollte das Konzert im Juni 2007 stattfinden, aber die Ausarbeitung des Konzeptes nebst Finanzierungsfragen veranlassten die engagierten Ammerländer, „Rock am August“ zu verlegen. Schließlich sei man auf Sponsoren angewiesen, die erst teilweise ihre Zusagen gegebene hätten, so die Juso AG. Noch immer würden Stiftungen angeschrieben und um finanzielle Unterstützung gebeten. „Auch die Gemeindemitglieder mussten erst überzeugt werden, dass das Konzert etwas Positives ist“, hieß es aus der Runde. Mittlerweile stehen Bürgermeister Hans-Otto Ulken und die Gemeinde „voll hinter dem Vorhaben“, so Matthias Huber.

Drei Musikgruppen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt: „Subnormal“, „Lucky Bud“ und „Helga und die Granaten“. Wichtig sei es den Organisatoren, dass die Bands überwiegend aus der Region kommen und die Grundidee des Konzertes unterstützen. Außerdem „wollen wir ihnen eine Chance geben, sich vor unserem Publikum darzustellen“, so Matthias Huber.

Unterstützt werden die Organisatoren außerdem von örtlichen Vereinen und gewerblichen Betrieben. So gibt es einen Elektriker, der sich um die nötigen Stromanschlüsse für das Ereignis kümmern will. Die Stadt Westerstede hat zugesagt, eine mobile Bühne bereit zustellen. Die Gemeinde Apen will für die Bauzäune aufkommen, so die Jusos.

Die eingenommenen Beträge – Eintritts- und Getränkegelder – sollen der Jugend in der Region zugute kommen. „Der Erlös soll dafür eingesetzt werden, um Jugendliche von der Straße zu holen, ihnen Freizeitmöglichkeiten zu bieten und sie vor Rechtsradikalismus zu schützen“, so Kosima Leonhard. „Da schließt sich dann der Kreis“, fügt Jördis Hasselder hinzu.