AUGUSTFEHN/WESTERSTEDE - Das Geld stammt zum Teil aus dem Verkauf von Blumen. Den Erlös haben die beiden mit Taschengeld aufgestockt.
von horst suermann
AUGUSTFEHN/WESTERSTEDE - Chiara Sophie Schaa (9) und Neele Hinrichs (10) denken immer wieder an Kinder in ärmeren Ländern, die sich nicht leisten können, was für deutsche Kinder selbstverständlich ist. „Die sollen auch einmal die Möglichkeit haben, sich etwas Schönes zu kaufen“, sagten sich die beiden – und schritten zur Tat, um den Wunsch über die NWZ -Weihnachtsaktion umzusetzen.Jetzt waren sie – chauffiert von Vater Andreas Hinrichs – in der NWZ -Redaktion Westerstede, um ihre Spardose zu leeren. „35 Euro und 51 Cent“, registrierte NWZ -Sekretärin Andrea Töbermann, verteilt auf vier Fünf-Euro-Scheine, einige Ein- und Zwei-Euro-Stücke und viel Kleingeld. Die leere Dose nahmen sie wieder mit – vielleicht füllt sie sich ja wieder für die Weihnachtsaktion 2007. Die NWZ -Weihnachtsaktion steht unter dem Motto „Kinder helfen verlassenen Kindern“ und ist bestimmt für ein SOS-Kinderdorf in Mogilev (Weißrussland) mit eben jenen Kindern „die sich nicht leisten können, was wir uns in Deutschland leisten können.“
Chiara Sophie und Neele haben schon im Sommer gezielt auf ihre Spende hingearbeitet, Als die ersten Blüten im elternlichen Garten zu sehen waren, stellten sie bunte Blumensträuße zusammen, um die zugunsten der Weihnachtsaktion an einem Tisch am Straßenrand zu verkaufen. Als die Eltern Bedenken gegen ein solches Verkehrshindernis erhoben, ließen sie sich etwa Neues einfallen: Sie schellten an den Haustüren der Nachbarn und boten dort ihre Sträuße zu Preisen von 25 und 50 Cent an. Ganz Augustfehn I und Augustfehn II klapperten sie so ab – und überall wurden sie freundlich aufgenommen, wie die beiden berichten.
Ziemlich genau 15 Euro an Verkaufserlösen kamen so zusammen. „Ein bisschen wenig“, wie die beiden meinten. Also legten sie noch einmal 20 Euro dazu, die zum Teil aus ihrem Taschengeld, zum Teil aber auch aus Wechselgeld stammten, das ihre Eltern ihnen gelassen hatten. Es war in beiden Fällen Geld, das nicht zweckbestimmt war und das die beiden auch für eigene Zwecke hätten ausgeben können.
„Ein schönes Beispiel für die Spendenbereitschaft von Kindern, die gelernt haben abzugeben und von denen eine Aktion wie die NWZ -Weihnachtsaktion lebt“, wie Carl-Friedrich Ehlers, der Organisator der NWZ -Weihnachtsaktion, meint. Ehlers wird Chiara Sophie Schaa und Neele Hinrichs unverzüglich in die Spenderliste eintragen, die periodisch in der NWZ und im Internet veröffentlicht wird. Und natürlich wird er garantieren, dass die 35,51 Euro ohne jeden Abzug bei jenen „armen“ Kindern ankommt, die die beiden Spenderinnen bei ihren Blumen-Verkäufen im Sinn hatten.
