Sandkrug/Oldenburg - Reduktion, Material und Gestaltung: Siebtklässler der Waldschule haben sich im Unterricht ihres Wahlpflichtkurses „Geschichtswerkstatt“ so eingehend mit den Meisterhäusern des Dessauer Bauhauses von Walter Gropius auseinandergesetzt, dass das Ergebnis nun die Ausstellung „Neue Baukunst“ im Oldenburger Schloss bereichert.

„Am Anfang wussten die Schüler nur, dass dieser Geschichtskurs im Werkraum stattfindet und es irgendwie auch um Architektur geht“, berichtet Lehrer Volker Westerkamp. Durch die Entscheidung für das Farnsworth-House von Mies van der Rohe, das noch zu Lebzeiten des Kunsthistorikers und ersten Direktors des Oldenburger Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, Walter Müller-Wulckow, in der Nähe von Chicago entstand, sei die Sensibilisierung der Kinder für das Thema Neue Baukunst gelungen, so Westerkamp. Die Schüler entwickelten ein Modell, mit dem sich die Bauprinzipien greifen lassen: Reduktion, Material und Gestaltung.

Der zweite Schwerpunkt bestand in der Auseinandersetzung mit den Meisterhäusern des Dessauer Bauhauses – Walter Gropius, 1925 und 1926 – die Müller-Wulckow in den „Blauen Büchern“ dokumentierte. So entstanden die Meisterhäuser als rekonstruierte Siedlung aus Kartonpapier und ein stark vergrößerter Grundriss mit einigen Innenansichten als Postkarten. Ein kleinerer Aufsteller zeigt das Material, das für die Entwicklung des Bauens bis in die Gegenwart schon in den zwanziger Jahren wegweisend war. Beton, Stahl und Glas sind die Materialien, die die Meisterhäuser in Dessau oder das Bauhausgebäude erst möglich machten.

Der mit Hilfe des Hausmeisters der Waldschule, Henning Bruns, entstandene Bautisch soll künftig alle Besucher des Oldenburger Museums anregen, selbst zu experimentieren und das Prinzip der Typisierung zu nutzen. Er steht im Zentrum des Raumes und lädt dazu ein, in die Höhe und in die Breite zu bauen. Eine Bildtafel gibt dazu zahlreiche Anregungen.