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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Klassik: Aus Geschwisterliebe wird Musik

02.05.2017

Oldenburg Familienkonzerte im Großen Haus des Staatstheaters wollen auf vergnügliche Weise Groß und Klein an klassische Musik heranführen. Das ist weder didaktisch ganz einfach noch überzeugt jedes Stück aus dem riesigen Fundus der großen Musik jemanden, der sich erst einmal klanglich und melodisch locken und vielleicht auch ein wenig verführen lassen will.

Das Konzept von Thomas Honickel für das Konzert über das Leben und Komponieren der innig verbundenen Geschwister Fanny (1805–1845) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) ging überzeugend auf, weil die zwischen Erzählungen und Briefpassagen erklingende Musik so frisch und mitreißend war, wie in Töne gesetzte Gedanken und Gefühle nur wirken können. Honickel leitete am Sonntag ein gut aufgelegtes Oldenburgisches Staatsorchester.

Fenchel und Flix, wie sich die Geschwister nannten, lebten ein behütetes Leben in einer Umgebung, die es ihnen ermöglichte, schon als Jugendliche zu komponieren und die Werke im eigenen Gartentheater aufführen zu lassen. Früh lasen die Geschwister Shakespeare und legten damit den Grundstock der berühmten Musik zum „Sommernachtstraum“. Das kindliche Interesse an Elfen, Feen und verwandelten Tieren schlägt sich in der späteren Musik nieder, was sehr schön bei einzelnen Episoden dieses Werkes zu hören war.

Auch Fanny war eine begabte Musikerin, die nicht nur hörenswerte Liederzyklen schrieb, sondern sogar, weil Felix durch einen Unfall in London verhindert war, die Musik zur eigenen Hochzeit mit dem Maler Wilhelm Hensel komponieren musste. Die Mitwirkenden von den Klanghelden am Staatstheater und dem Klangensemble Oldenburg verliehen dem Ganzen die Frische des Jugendlichen und Semiprofessionellen, die auch schon Fanny und Felix antrieb, ihr allzu kurzes Leben der Musik zu weihen. Nach 20 Liedern und Einzelstücken war die Geschichte eines unzertrennlichen, hochbegabten Geschwisterpaares mit Worten und Musik stimmig erzählt.

Das Hörbare zu versprachlichen und das Versprachlichte hörbar zu machen, das ist die Kunst von Gesprächskonzerten. Thomas Honickel hat dafür gewiss ein goldenes Händchen, aber diesmal tat die herrliche Musik ein Zusätzliches.

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