Wangerland - Eigentlich sei es ja schon lange an der Zeit gewesen, dass dieses Buch entsteht, betont Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena. Umso mehr freut er sich, dass jetzt die Zeit gekommen ist: Axel Bürgener und Klaus Siewert haben ihr Buch „Saalkirchen im Wangerland“ fertig und am Donnerstag einigen Gästen präsentiert, darunter Freunde, Nachbarn, Pastoren und Vertreter der Gemeinde.
Das Buch ist die erste Dokumentation von zwölf bedeutenden historischen Sakralbauten des Wangerlands, nämlich den Kirchen in Hohenkirchen, Middoge, Minsen, Oldorf, Pakens, St. Joost, Tettens, Waddewarden, Westrum, Wiarden, Wiefels und Wüppels.
Ansteckende Liebe
Die Bilder hat Axel Bürgener geschossen, die Texte stammen von Klaus Siewert. Es ist ihr zweites Buch übers Wangerland nach dem Band „Wangerland von oben“.
„Ein Witzbold hat mal gesagt, dass das Alleinstellungsmerkmal im Wangerland der Güllegeruch ist“, erzählt Axel Bürgener bei der Buchvorstellung augenzwinkernd. „Aber ich finde, dass das die Sakralbauten sind – ich liebe diese Kirchen.“ Und diese Liebe sei ansteckend, schon seine Frau und Verwandte hat er angesteckt, vielleicht auch bald die Leser des Buches.
Ob bei Tag oder bei Nacht, aus der Ferne oder im Detail: in der Dokumentation sind ganz verschiedene Ansichten auf die Sakralbauten zu sehen. Klaus Siewert erklärt ihre Geschichte vom Kirchbau über den Altar bis zur Orgel. „Doch neben diesen Kerndaten, die einfach hineinmüssen, damit sich zum Beispiel auch Touristen informieren können, gibt es noch den Unterpunkt ,Döntjes un Vertellsels‘“, erzählt Klaus Siewert. „Und das war wiederum eine kleine Gemeinschaftsarbeit.“
Bürgerinnen und Bürger waren nämlich dazu aufgerufen, ihre Geschichten preiszugeben. Daraufhin hatte sich Peter Fimmen gemeldet. „Unser Vater, Hinrich Fimmen, war ein ruhiger und liebenswerter Mensch. Aber manchmal konnte er auch ausflippen“, erzählt Fimmen lächelnd. „Normalerweise hat sich dann jeder in sein Mauseloch verkrochen – anders der damalige Pastor Thorade aus Middoge.“
Pastorales Wort
Dem hatte Hinrich Fimmen wohl auch deutlich die Meinung gesagt, doch der Pastor gab nicht nach und schrieb auf einer Postkarte: „Durch den ungehörigen Ton, den Sie gegen mich angeschlagen haben, haben Sie es mir unmöglich gemacht, bis auf weiteres Ihrer Familie amtlich zu dienen.“
Schon jetzt freuen sich alle auf die detailreiche Dokumentation, „ich habe mir sogar die ersten zehn Bücher sofort ins Rathaus bestellt“, erzählt Mühlena. „Es ist wirklich ein schöner Beitrag für das Wangerland und ich hoffe, dass er viel Zuspruch erhält.“
„Saalkirchen im Wangerland“ gibt es ab diesem Sonnabend als erstes in der Bücherinsel Horumersiel, Goldstraße 3, für 29,90 Euro (ISBN: 978-3-939211-97-6).
