Was schenkt man zum 75. Geburtstag? Blumen? Pralinen? Noch einen Schlips? Thomas und Frank Bleckwehl sowie Martina Wachtendorf hatten eine andere, viel bessere Idee: Sie überraschten ihren Vater Fritz Bleckwehl, Besitzer und Betreiber des Motorradmuseums in Vosteen, mit einer Oldtimer-Ausfahrt. Insgeheim nahmen sie Kontakt auf zu Freunden, Bekannten und früheren Weggefährten ihres Vaters aus dem nordwestdeutschen Raum und sogar aus Nordrhein-Westfalen, die eines eint: die Liebe zu alter Technik. Dass das viele Menschen sind, zeigte sich dann am Tag der Ausfahrt: Mehr als 30 Freunde alter Motorräder rollten mit ihren Schätzen auf den Hof in Vosteen, dazu kamen mehrere Oldtimer-Freunde mit ihren betagten Pkw. Eine zugleich kurze und doch längere Anfahrt hatte Christian Ahlers: Er kam aus dem nahen Kirchkimmen mit seiner 61 Jahre alten und bis zu 6 km/h schnellen Henschel-Dampfwalze nach Vosteen gerollt. Eine halbe Stunde brauchte er für die drei Kilometer. Nach der Gratulationscour und viel Fachsimpeln wurde zunächst gemeinsam bei Bleckwehls geschmaust – bevor es (allerdings ohne die Dampfwalze) auf einen Rundkurs ging. Station machte die große Gratulanten-Gemeinde beim neuen Backhaus in Hohenböken, wo man sich mit frisch gebackenem Butterkuchen stärkte.
Wenn schon denn schon, sagten sich bei dieser Gelegenheit Hans-Joachim und Angelika Wallenhorst, Erwin und Elke Kneehans, Meinhard und Martina Wachtendorf, Hendrik und Almut Everts sowie Hinrich Ramke vom Bürgerverein Hohenböken. Sie nutzten die Wärme des Hohenbökener Backofens, um dort erstmals auch Schwarzbrot zu backen. „Es hat geklappt“, berichtete Wallenhorst nach vollbrachter Tat. „Wunderbar“ habe das Resultat geschmeckt.
Andere Kost wurde in der Mensa des Ganderkeseer Schulzentrums serviert: Fischstäbchen. Genauer: Barbara Ruscher, Comedy- und Kabarett-Lady, stellte ihr neues Programm „Panierfehler! Ein Fischstäbchen packt aus“ vor. Zum dritten Mal in Ganderkesee, bezog die Plaudertasche das Publikum umgehend mit ein: „Wer hat Kinder?“, „wer hat keine?“, fragte sie in die Runde – um, nachdem nur wenige Finger nach oben gingen, messerscharf zu folgern: „Der Rest ist schwanger.“ Genüsslich, charmant und witzig philosophierte sie aus dem offenbar kinderreichen Köln-Sülz („Da sitzen die Karnickel auf der Wiese und kriegen Komplexe“) mal über Öko-Akademiker und ihre Weckmänner aus Dinkelvollkornbrot, mal über das iPhone („das ist die Pille für den Mann“). Den 130 Besuchern gefiel’s – hörbar.
