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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Theater: Ausflug in plattdeutsche Sprache

10.12.2013

Oldenburg Die Bühne ist für den Musiker und Tänzer Jacques Zamblé kein fremdes Terrain. Am Oldenburgischen Staatstheater hat er unter anderem in der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ mitgewirkt. Aber die Rolle des Queequeg in der niederdeutschen Inszenierung „Moby Dick“ war für den 33-Jährigen von der Elfenbeinküste doch eine besondere Herausforderung. Er musste Plattdeutsch lernen. „Das war was“, sagt er und seufzt.

Nur noch drei Vorstellungen

Die letzten drei Vorstellungen von „Moby Dick“ sind am 14., 21. und 25. Dezember jeweils um 20 Uhr im Kleinen Haus. Die Kurzeinführung beginnt jeweils um 19.30 Uhr. Karten: Telefon   0441/222 51 11

Infos unter www.staatstheater.de

Seine Frau, eine gebürtige Ostfriesin, gab den Anstoß. Der Kontakt zum hatte in der Zeitung gelesen, dass die August-Hinrichs-Bühne und der leitenden Regisseur des niederdeutschen Schauspiels am Staatstheater, Michael Uhl, der den Romanklassiker von Herman Melville inszeniert hat, war schnell hergestellt. suchte. Sie gab den Anstoß, dann kam harte Probenarbeit. Beim Plattdeutschlernen halfen der Schwiegervater in Norden und Mitglieder der August-Hinrichs-Bühne. Sie sprachen den Text auf Band, Zamblé lernte zu Hause in Oldenburg mit Hilfe des MP3-Players. Seine Frau sei keine große Hilfe gewesen, verrät er. Sie könne, wie so viele, zwar Plattdeutsch verstehen, spreche es aber nicht.

Bei den Proben mit den Männern anderer Nationalitäten, mit Deutschen und Plattdeutschen gab es dagegen keine Sprachprobleme, dafür eher Schwierigkeiten mit dem Rhythmus. Es habe schon etwas gedauert, bis alle den Rhythmus beim Rudern drauf gehabt hätten, erzählt Zamblé. Michael Uhl habe ihnen immer Mut gemacht und gesagt: „Ihr schafft das.“ Und damit hat er ja auch Recht behalten. Um ein Gefühl für ein Segelschiff zu bekommen, unternahm das Ensemble von Bremerhaven aus sogar einen gemeinsamen Törn mit einem Großsegler. Das sei schon ein besonderes Erlebnis gewesen.

Dass er die Rolle des etwas ominösen Schamanen Queequeg spielen sollte, habe ihm anfangs gar nicht gefallen, gesteht Zamblé. In dem Film mit Gregory Peck als Kapitän Ahab sei der doch etwas wild, zu wild für seinen Geschmack. Aber mit den tänzerischen Elementen, die er mit dem Choreografen Tomas Bünger entwickelte, passte es dann doch gut. Überhaupt wurden alle Rollen im Laufe der Proben entwickelt und auf die Personen zugeschnitten. „Michael Uhl hat sich viel Zeit genommen und alles erklärt“, lobt er dessen Geduld.

Und Spaß gemacht hat es, versichert Zamblé. Gefallen hat ihm, dass ihre Geschichte als Migranten in das Theaterstück eingebunden worden ist. Dabei kam es auch zu amüsanten Missverständnissen. Im Stück heißt es zum Beispiel an einer Stelle: Alle Mann an Bord. Ein Akteur widersprach: Ich bin nicht Allemande (Deutsch). Zamblé schmunzelt, als er sich an die Probenszene erinnert.

Der 33-Jährige hat seine Frau im Jahr 2000 bei der Eröffnungsfeier der Expo in Hannover kennengelernt, wo seine Tanzcompagnie vor viel Prominenz mit einer Feuershow auftrat. Er bleibt danach zunächst in Deutschland, arbeitet in einer Tanzschule in Hagen bei Norden, geht zurück nach Afrika und bekommt schließlich ein Visum. 2001 heirateten sie.

Wenn Jacques Zamblé nicht auf der Bühne steht, verdient er seine Brötchen in einer Wäscherei in Bloherfelde, sein Leben aber sind seine Tanzcompagnie „Ensemble artistic Grand-Z“ und die Reggae-Band „Revolution“, mit der er auch beim Kultursommer aufgetreten ist. Der 33-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern (acht und sechs Jahre alt) gern in Oldenburg. „Es ist eine schöne und interessante Stadt und dieDie Menschen sind freundlich.“

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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