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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Filmkritik „the Nice Guys“: Ausflug ins Porno-Geschäft

31.05.2016

Los Angeles Vor knapp 20 Jahren ging Russell Crowe in „L.A. Confidential“ als zuschlagender Cop im Los Angeles der 1950er Jahre auf Verbrechersuche. Das brillante Gangster-Drama machte den neuseeländisch-australischen Schauspieler auch in Hollywood zum Star. Guy Pearce mimte in der verwickelten Geschichte um Mord und Korruption seinen Polizei-Buddy, Kim Basinger verführte als glamouröse Prostituierte.

In „The Nice Guys“ darf sich Oscar-Preisträger Crowe („Gladiator“) nun wieder in der Stadt der Engel austoben. Es ist das Jahr 1977, Los Angeles liegt unter einer Smog-Glocke. Der raubeinige Privatdetektiv Jackson Healy (Crowe) trägt bunte Hawaiihemden über dem dicklichen Bauch. Für einen lukrativen Auftrag tut er sich mit dem trinkfreudigen, trotteligen Kollegen Holland March (Ryan Gosling) zusammen. Die Tochter einer undurchsichtigen Richterin (Kim Basinger) ist verschwunden. Der Streifzug durch L.A. führt ins Porno-Milieu, auf heiße Partys und zu knallharten Auftragskillern.

Schon in den ersten Filmminuten, wenn der Funksong „Papa Was a Rollin“ Stone“ ertönt und Pornostar Misty Mountains nackt in ihrem Sportwagen durch ein Haus in den Hügeln von Hollywood brettert, ist dem Zuschauer klar, was in den nächsten 116 Minuten folgen wird: Schrille Action und eine überdrehte Geschichte im Mix mit coolen Sprüchen und blutiger Brutalität - ein schwarzhumoriger Film noir mit reißerischen Horror-Momenten à la Quentin Tarantino und viel Buddy-Action.

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Nach der Regie des Blockbuster-Films „Iron Man 3“ findet Shane Black mit „The Nice Guys“ zu seiner Kult gewordenen Handschrift zurück. Schon sein erstes Drehbuch „Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis“ war ein Feuerwerk von Witz, Action und Buddy-Gefühlen. 1987 wurde die Krimi-Komödie mit Mel Gibson und Danny Glover als gegensätzliche Polizei-Kumpel, die als Team zusammenarbeiten müssen, zum Kinohit.

Auch in seinem Regiedebüt „Kiss Kiss Bang Bang“ (2005) schickte Black ein schräges Schnüfflerduo in Los Angeles auf Verbrecherjagd. Starproduzent Joel Silver („Stirb langsam“, „Matrix“) war damals und ist auch jetzt wieder an Bord. Nun gibt Black dem Helden Crowe coole Macho-Sprüche und die maskuline Schlagkraft mit, Gosling ist die perfekte Mischung aus Tollpatschigkeiten und Unschuldsblicken. Beide haben ihre Fehler, aber auch Charme und eine weiche Seite. Die zeigt Holland March vor allem als liebevoller Papa der frühreifen Holly, pfiffig gespielt von der jungen Australierin Angourie Rice.

Die 13-jährige Holly darf auch mal am Steuer sitzen, weil ihr Vater mit seinem Gipsarm schlecht lenken kann oder wieder betrunken ist. Rührend, aber selten erfolgreich steht die Kleine ihrem Vater bei seinen Einsätzen zur Seite. Eine Verfolgerin will sie mit heißem Kaffee ausschalten, doch der Kanneninhalt ist längst kalt, Holly hat wieder einmal Pech. Diese harmlosen Momente sind eine kleine Verschnaufpause in den ansonsten schnellen und stellenweise recht brutalen Action-Szenen.

Wirklich nett sind „The Nice Guys“ nicht, wenn sie ihre Gegner ausschalten, doch es macht Spaß, ihnen dabei zuzuschauen. Der verfahrene Plot ist am Ende Nebensache. Hauptsache das Tempo, die Einfälle und die coolen Sprüche mit dem Flair der 70er Jahre passen bei der Popcorn-Unterhaltung perfekt zusammen.

Ab dem 2. Juni in den deutschen Kinos.

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