Herr Enzmann, die archäologischen Grabungen in Elsfleth-Hogenkamp sind beendet. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
EnzmannDie Grabungen der letzten zwei Jahre haben ein beeindruckendes Spektrum an archäologischen Strukturen und Funden hervorgebracht, die die überregionale Bedeutung des Fundplatzes unterstreichen.
Welche Funde und Erkenntnisse sind aus Ihrer Sicht besonders bemerkenswert?
EnzmannBesonders bemerkenswert ist der Nachweis einer Buntmetallverarbeitung durch den Fund zahlreicher Gusstiegel und Schlacken.
Ist nach den Grabungen überhaupt noch was zu tun?
EnzmannNach Beendigung der Grabung beginnt die eigentliche wissenschaftliche Arbeit. Metallfunde müssen restauriert und gemeinsam mit der Keramik bestimmt, verglichen und datiert werden sowie Bodenproben, Hölzer und Knochen im Labor untersucht werden. Daraus lassen sich dann die damalige Landschaft, die Bebauung sowie Wirtschaftsweise und Kontakte zu anderen Regionen ableiten.
Es werden nach den Grabungen zwei Dissertationen geschrieben. Womit beschäftigen die sich konkret?
EnzmannDie geoarchäologische Dissertation von -Geograf Andreas Folkers beschäftigt sich mit der landschaftlichen Veränderung des Huntemündungsbereichs im ersten Jahrtausend nach Christus und dient als Grundlage einer Landschaftsrekonstruktion. Die Arbeit von Archäologin Saryn Schlotfeldt beschäftigt sich mit der Frage nach der Bebauung und den Kontakten der lokalen Bevölkerung.
War es das letzte Mal, dass in Elsfleth-Hogenkamp gegraben wurde?
EnzmannIm jetzigen Projektes sind die archäologischen Ausgrabungen beendet. Die bisherigen Ergebnisse zeigen aber, dass der Fundplatz großes Potenzial für weitere Forschungen hat.
