Bad Zwischenahn - Als große „Kunstmeile am Meer“ standen das Alte Kurhaus und der Kurpark am Sonntag im Zeichen der bildenden Kunst. Auf der 15. „Zwischen-Art“, der Kunstausstellung in Garten und Spiegelsaal, präsentierten 21 Kunstschaffende aus der Region ihre Werke. Petrus schickte zwar einige Schauer, dennoch war die Ausstellung gut besucht. Alle Künstler waren vor Ort und kamen oft mit Besuchern ins Gespräch. Gezeigt wurde ein breites, kreatives Spektrum anspruchsvoller Kunst in vielfältigen Facetten und Stilrichtungen.
Dank an Organisatorin
Zum 15. Mal veranstaltete der Verein der Kunstfreunde diese Kunstschau. Vorstandsmitglied Klaus Peter Tuchscherer sagte zur Eröffnung: „Die Künstler verbindet die große Gabe, sich in Form und Farbe kreativ zu äußern und sich dadurch mitzuteilen“. Er bedankte sich bei Organisatorin Helga Kluin-Behrendt für ihr Engagement. Sie hat diese Kunstaktion 15 Jahre gestaltet, letztmalig in diesem Jahr. Mit bewegenden Worten verabschiedete sich die Künstlerin von „ihrer Zwischen-Art“ und brachte es nicht ohne Bedauern auf den Punkt: „Ich bin fast 82 Jahre, da muss mal Schluss sein!“ Über eine Nachfolge sagte sie nichts.
Auf der eintägigen Kunstausstellung präsentierten sich Künstler der Region, darunter sieben Künstler, die erstmals vertreten waren, wie Susanne Bruns mit Malerei oder Karla Broer und Regina Claussen-Daw mit kreativer, künstlerischer Keramik. Die breite künstlerische Palette reichte von Malerei über Bildhauerei bis zur Fotografie. Zu sehen waren unter anderem Stillleben und Landschaften, wie die zarten Aquarelle von Johannes Bohlken oder die maritimen Bilder von Harald Rinck, der zeigte, wie man mit Künstlerkreide malt. Auch großformatige Farbkompositionen wie die von Gabriele Helms fielen ins Auge; ihre Acrylbilder gestaltet sie mit Spachtelmasse, Sand und Lack.
Bildhauer gut vertreten
Neben Malerei nahm die Bildhauerei breiten Raum ein, die gleich sechs Kunstschaffende aus der näheren Umgebung ausstellten, unter ihnen auch zwei „Neue“: Als Hingucker erwies sich die überdimensionale Sardinenbüchse aus englischem Portland-Stein von Wolfgang de Vries, der ein großer Fisch zu entspringen schien. Auch die filigranen, in Beton patinierten Plastiken von Mechthild Menzel fanden viel Interesse.
Gerda Saueressig war mit Skulpturen vertreten, die sie in organischer Formgebung in Anlehnung an die Natur gestaltet hat und deren glatt geschliffene Oberfläche zum Anfassen reizte. Augenfällig waren auch die übergroßen Wind- und Bewegungsobjekte aus Metall von Henning Greve, die den Park belebten.
Das Gesamtkunstwerk Zwischen-Art 2015 stieß trotz des Wetters auch in diesem Jahr auf ein breites Interesse und bewies, dass sich die „Kunstmeile am Meer“ im Kulturprogramm des Ortes etabliert hat.
