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Man staunte nicht schlecht im Landeskirchenamt Hannover, als am Donnerstag ein Bus mit 30 Harpstedtern – je zur Hälfte von der evangelischen Kirchengemeinde und der Fördergemeinschaft Koems – vorfuhr. Die Gruppe aus Bauhelfern und Mitgliedern des Frühstücksteams, die bei der Kirchenturmsanierung im April und Mai 1500 Stunden ehrenamtlich geholfen hatten, wollten die Preisvergabe miterleben: Wie berichtet, ist der Kirchengemeinde einer von drei „Fundraising-Preisen“ der Hannoverschen Landeskirche verliehen worden, dotiert mit 2000 Euro. Erst im September war die Gemeinde im Zusammenhang mit der Turmsanierung mit dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement ausgezeichnet worden. Mit dem „Fundraising-Preis“ sollen Beziehungspflege und das Einwerben von Geldmitteln und ehrenamtlicher Arbeit für gemeinnützige Zwecke unterstützt werden. Die Jury sah in der Arbeit von kirchlicher Baugruppe, Koems-Donnerstagsgruppe und weiteren ehrenamtlichen Bauhelfern ein in jeder Hinsicht vorbildliches Projekt. Das Preisgeld wird – wie der Niedersachsenpreis – zwischen Kirchengemeinde und Fördergemeinschaft geteilt. Die Urkunde nahm Pastor Gunnar Schulz-Achelis entgegen. Die Preis-Skulptur in Herzform erhielt aus den Händenvon Landeskirchenamts-Präsident Dr. Eckhart von Vietinghoff Gerhard Spaltner, der in Koems-Gruppe wie auch kirchlicher Baugruppe mitarbeitet. Die Laudatio hielt Diakon Jösten, Leiter der Jugendwerkstatt Hameln, der einst als Kreisjugendwart in Syke Konfirmandenunterricht in Harpstedt gab. Das Kirchenrenovierungsprojekt helfe Menschen, so Jösten, „sich neu mit dem Begriff ‚Kirche’ auseinander zu setzen und sie vielleicht
sogar zur Kirche hinzuführen“. Erwähnung fanden die Männer, die neun Kilometer Fugen ausgefräst und neu verfugt haben, wie auch das Frühstücks-Team der Frauen, „die die Arbeiter mit Speis’ und Trankversorgten“.
Für die Kirchengemeinde ist es der fünfte Preis, den sie für die Kirchenrenovierung bekommen hat. 2002 gab es den Umweltschutzpreis der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg für artgerechte Umsiedlung der Fledermäuse auf den Kirchendachboden, 2004 wurde Dieter Claußen als Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises Christuskirche beim Tag der Ehrenamtlichen geehrt, 2005 erhielt die Kirchengemeinde das Siegel „Diakonische Gemeinde“ für Integration afrikanischer Asylbewerber, die auch bei der Renovierung mitgeholfen haben, 2006 folgte der Niedersachsenpreis.
