Oldenburg - Bisher war die Arbeit der AG Inklusion, die von der Stadt als „Kernelement des Inklusionsprozesses“ an den Schulen verstanden wird, eine geschlossene Veranstaltung: einmal im Monat im Rathaus mit bis zu 50 Mitgliedern, dazu die Tagungen in acht Unter-AGs. Die Herausforderung der Inklusion: Es sollen möglichst viele Schüler gemeinsam unterrichtet werden, ohne dass es ihnen damit schlechter geht als im jetzigen Förderschulsystem, nach Möglichkeit besser. Nun soll diese Arbeit transparenter werden. Ab sofort tagt die AG nun öffentlich: an jedem dritten Mittwoch eines Monats ab 14 Uhr im Rathaus, das nächste Mal am 17. September – ausnahmsweise im PFL.

Außerdem hat der Leiter des Projekts, Dr. Holger Lindemann vom Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Universität Oldenburg, am Mittwoch einen interessanten Querschnitt durch die Inklusionsarbeit in der Stadt veröffentlicht: Als Herausgeber stellte Lindemann mit der Stadt das Buch „Wir machen Schule – Eine Stadt auf dem Weg zur Inklusion“ vor. Lindemann: „Das Buch sticht heraus, weil viele Menschen zu Wort kommen und wir nicht nur mit einer Stimme sprechen, sondern auch kritisch darauf schauen.“ Das unterstrich einer der Autoren. Jürgen Fraatz, Begründer des Bürgeresch-Konzepts: „Wir müssen schauen, was schon vorhanden ist, statt alles zu zerschlagen.“ Dezernentin Dagmar Sachse ergänzte: „Es geht darum, viele Dinge erst mal gedanklich zu entwickeln und zu durchdenken, ohne so große Umwälzungen vorzunehmen.“

In dem Sammelband finden sich die Überlegungen der Stadt, Bedingungen und Umsetzungsversuche an einzelnen Schulen, auch der persönliche Bericht einer Schülerin des Gymnasiums Eversten, „über positive und negative Erfahrungen mit Integration und meine Ideen für eine gelingende Inklusion“, ein Bericht aus der Grundschule Bürgeresch als Durchgangsschule für Kinder mit Sprachstörungen und bewegende Erfahrungsberichte von Schülern sowie die Auswertung des Blicks der Lehrkräfte auf das Thema Inklusion.

Das Buch kostet 19,90 Euro, es hat 206 Seiten.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg