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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Krasse Gegensätze bei den Gezeitenkonzerten

04.06.2014

Emden /Bockhorn Gewerkschaften haben ihre markigen Sprüche. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“, heißt es zum Beispiel in einem der bekanntesten Arbeiterkampflieder.

„Das mit den Rädern können wir auch“, sagt Matthias Kirschnereit, lacht, und verweist auf die „Gezeitenkonzerte“, deren Intendant er ist. Ort und Zeit, an dem die Räder und Maschinen ruhen werden, schiebt der Klavier-Professor gleich hinterher: „Emden. Presswerk im VW-Werk. 20. Juni. Zwischen 19 und 22 Uhr.“

Der 20. Juni, ein Freitag, ist der Tag des Eröffnungskonzerts in dieser seit 2012 bestehenden Festspielreihe der Ostfriesischen Landschaft. Es findet in der Produktionsstätte statt. Zwischen Veranstalter und Volkswagen geht es nicht um ein Kräftemessen. Motto: Macht der Musik gegen Macht der Produktion. Es geht schlicht um Geräusche und Lautstärke. „Wenn die Maschinen laufen, dringt selbst Tine Thing Helseth nicht durch“, führt Kirschnereit an.

Ohne Nebengeräusche

Helseth ist Trompetenstar. Die junge Norwegerin schmettert in Emden für ihr Instrument bearbeitete Konzerte von Bach und Albinoni. „Wir haben ein wundervolles Einvernehmen gefunden, damit auch der NDR bei seiner Aufzeichnung nicht über Nebengeräusche klagen kann“, sagt Kirschnereit. Die Arbeiter pausieren und dürfen dem Konzert lauschen.

„Kontraste“ bieten die 32 zwischen Norddeich, Ditzum, Bad Zwischenahn, Dangast oder Esens vorbereiteten Konzerte. „Wir erlauben uns krasse Gegensätze“, erklärt Kirschnereit, „und die erlauben uns individuelle Freiheiten.“ Schon in Emden geht das los. Da setzt das Streicherensemble „Allegria“ Bach neben Bartok. Der Faden spannt sich bis zum Finale in Leer am 10. August. Da tritt der Intendant als Solist an und spielt zwei von Händels Orgelkonzerten in seiner Fassung für Klavier und Orchester. Oder: Am 3. August nutzt die Trombone Unit Hannover mit acht Posaunen speziell den Echoklang des Heseler Waldes. Aufmerksamkeit erheischt auch wieder das Komponistenporträt. Altmeister Peter Ruzicka stellt sich dazu am 27. Juni in der Emder Kunsthalle vor.

Trotz vieler Überraschungsmomente wahren die Ostfriesen den familiären Charakter. Vor allem einige der profiliertesten Solisten setzen mit ihren erneuten Auftritten Fixpunkte. Julian Steckel (Violoncello) und Lauma Skride (Klavier) spielen am 21. Juni in Bagband. Lars Vogt gibt seinen Klavierabend am 3. Juli in Backemoor. Sharon Kam (Klarinette) gastiert am 11. Juli in Bockhorn (Kreis Friesland). Blockflöten-König Maurice Steger musiziert am 20. Juli in Sengwarden bei Wilhelmshaven mit Hille Perl (Gambe) und Lee Santana (Laute). Neu dabei ist Nils Mönkemeyer (Viola) am 24. Juni in Reepsholt.

Kontraste vertont

Wenn man so will, gibt es sogar eine Titel-Musik. Bela Bartok hat sein Trio für Violine, Klarinette und Klavier Sz 111 von 1938 „Kontraste“ genannt. Kirschnereit ist dabei am 1. August in Remels neben Nicola Jürgensen (Klarinette) und Latica Honda-Rosenberg (Violine) selbst im Einsatz.

Programm und Karten (Telefon   04941/1799 67) gibt es auch im Internet:


     www.ostfriesischelandschaft.de/gezeitenkonzerte 
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