BAD ZWISCHENAHN - BAD ZWISCHENAHN - Die Neugierde stand den beiden NWZ -Leserinnen Elisabeth von Minden und Antje Witte ins Gesicht geschrieben, als sie hinter den Kulissen vom Ensemble der Staatsoper Stettin begrüßt wurden. Sie hatten bei einer Verlosung der NWZ zwei Statistenrollen gewonnen und durften am Sonnabend bei der Open-Air-Aufführung der Oper „Carmen“ in Bad Zwischenahn mitwirken.
„Ich bin sehr theaterinteressiert, spiele aber nicht selbst“, erzählt Antje Witte. Früher jedoch habe sie im Rahmen einer Hospitanz am Oldenburger Staatstheater schon einmal zwei kleine Statistenrollen übernommen und anschließend sogar ein Studium der Theaterwissenschaften begonnen. Beruflich hat sich die 45-jährige Bad Zwischenahnerin später anders orientiert und betreibt heute einen Lederwarenladen.
„Als Kind wollte ich Schauspielerin werden“, erzählt die zweite Gewinnerin, Elisabeth von Minden. Heute ist die 50-jährige Bad Zwischenahnerin Leiterin des Friedrichsfehner Kindergartens und steht sogar immer mal wieder auf der Bühne, wenn im Hause ein Kinderstück aufgeführt wird.
Während die Ammerländerinnen warten, herrscht nebenan am Schminktisch reger Betrieb. Ein Star nach dem nächsten wird für den Auftritt vorbereitet. Dann dürfen auch die beiden Gäste Platz nehmen. Perücken werden schnell in Form gebürstet und aufgesetzt, die Lippen in frischem Rot nachgezogen. Schließlich geht es in die Umkleideräume, wo die Frauen noch die passende Garderobe verpasst bekommen. Keine halbe Stunde später sind aus blonden Ammerländerinnen rassige Spanierinnen geworden. „Braune Haare stehen mir“, sagt eine zufriedene Elisabeth von Minden beim Blick in den Spiegel. Wenig später kommt ein bisschen Lampenfieber auf, als die beiden noch letzte Instruktionen für ihr Verhalten auf der Bühne bekommen. Gemeinsam mit den Stars warten sie auf den großen Auftritt.
Und dann ist es soweit: Rund 850 Zuschauer lassen sich von den schönen Stimmen und den farbenprächtigen Kostümen verzaubern, lauschen den eingängigen Melodien. Schnell ist die Kühle des Abends vergessen. Das Ufer des Zwischenahner Meeres ist in spanisches Flair getaucht. Vorn auf der Bühne tanzt Carmen und umgarnt die Männer. Im Hintergrund vergnügt sich das „Volk“, mittendrin die beiden Ammerländerinnen. Schon bald sind sie kaum noch von den Profis zu unterscheiden. „Man wird immer lockerer“, berichtet Elisabeth von Minden über das Gefühl, im Rampenlicht zu stehen. Und auch Antje Witte fühlt sich auf der Bühne schon fast zu Hause. Beide schwärmen von der netten Art der polnischen Künstler, die sie trotz der Verständigungsschwierigkeiten schnell ins Spiel mit einbeziehen. So bleiben die beiden Statistinnen – anders als ursprünglich geplant – sogar noch im zweiten Teil nach der Pause oben auf der Bühne.
Am Ende honorierte das Publikum die Leistung des Ensembles mit begeistertem Schlussapplaus und Bravo-Rufen. Und ein bisschen haben auch die beiden Ammerländerinnen zu diesem Erfolg beigetragen. Das war eine einmalige Erfahrung, waren sie sich hinterher einig.
