BAD ZWISCHENAHN - Rasante Dialoge, überzeichnete Figuren, Darsteller, die in ihren Rollen förmlich aufgingen – und ein kleiner Mops, der sich immer selbständig machen wollte: Die Zuschauer erlebten im Forum des Schulzentrums eine bemerkenswerte Theateraufführung von Woody Allens Stück „Bullets over Broadway“, präsentiert von der Theater-AG des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht.

Allein schon der Bühnenaufbau war für ein konventionelles Theater ungewöhnlich. Neben der Hauptbühne gab es links und rechts noch zwei kleine Nebenbühnen und einen Laufsteg. Die verschiedenen Örtlichkeiten waren notwendig, weil als Grundlage für diese Inszenierung ein Spielfilm zu Grunde lag und dieses nicht auf einer Bühne zu spielen war, erklärten Emmy Helbig und Andreas Leu, Leiter der Theater-AG.

In dem Stück geht es um den erfolglosen Autor und Regisseur David Shayne (ganz Woody Allen-mäßig gespielt von Moritz Hartmann). Um eine Arbeit von ihm zur Aufführung zu bringen, wendet sich sein Agent Julian Marx (Amadeus Martinek) an den Gangsterboss Nick Valenti (Jan Dwehus). Dieser will sich an dem Projekt nur beteiligen, wenn seine Freundin Olive Neal (Kim Karsting) die Hauptrolle bekommt. Theaterdiva Helen Sinclair (Christina Bosse) ist zuerst dagegen, der Schauspieler Warner Purcell (Janosch Hagen) sofort dafür.

Dramatische Züge bekommt das ganze Geschehen, als der Gangster Cheech (Ihno Oeltjen), der Aufpasser von Olive, das Drehbuch erfolgreich umschreibt und bemerkt, dass seine Schutzbefohlene eine Fehlbesetzung ist. Damit nunmehr sein Stück am Broadway zum Erfolg wird, erschießt er Olive, wird aber später selbst getötet. Noch im Sterben hört er den Applaus des Publikums.

Gut sechs Monate wurde das Stück, das durch die unterschiedlichen Charaktere und bitterböse Satire lebt, geprobt. Dabei mussten einige Mitglieder der Theatergruppe, die sich aus 20 Schülern der 9. bis 13. Klassen zusammensetzt, Grenzen überwinden. Insgesamt bewältigten die Darsteller den sehr hohen Schwierigkeitsgrad des Stückes mit Bravour. Und zum Schluss gab es minutenlangen Beifall.

Übrigens auch für den Mops Hercules, der die Rolle des Mr. Wuff-Wuff spielte. Er sorgte auf seine Weise für Heiterkeit, indem er sich des Öfteren von seinem Halsband befreien konnte und auf der Bühne seine eigenen Wege gehen wollte.