Bad Zwischenahn - Motive aus Bad Zwischenahn, aber auch aus einem historischen Dorf im schwedischen Gotland, aus Ostfriesland oder Dangast zeigt der Fotograf Genrot Nentwig in den Räumen der Oldenburgischen Landesbank in Bad Zwischenahn.

Die dokumentarische Fotografie hat der gebürtige Wiesbadener, der heute in Bad Zwischenahn lebt, hinter sich gelassen. Ihr hat er sich als Journalist früher gewidmet, heute sieht er die Fotografie und die digitale Nachbearbeitung der Bilder als „Licht-Malerei“. „Wozu andere Farbe und Pinsel nehmen, verwende ich die Kamera“, sagt er.

Starke farbige Kontraste sind besonders häufig, etwa in den Bildern, auf denen immer wieder ein roter Holzstuhl in ansonsten schwarz-weißen Umgebungen zu sehen ist. Dieses Motiv fasziniert ihn schon seit vielen Jahren. „Ich habe irgendwann im Winter einen roten Plastikstuhl auf einem Feld gefunden, auf dem jemand Sperrmüll abgeladen hat“, erzählt er. Aus einem spontanen Bild wurden viele, später wurde der Stuhl aus Plastik durch einen viel schöneren aus Holz ersetzt – wieder ein Zufallsfund.

Die digitale Bearbeitung und Verfremdung der Bilder, so Nentwig, der Mitglied im ostfriesischen Künstlerkreis (OKK) ist, sei aber kein Selbstzweck, sondern diene dazu, Ästhetik und Aussage des Bildes hervorzuarbeiten – so wie auf einem Bild, auf dem Pferde friedlich grasen. Sie tun das aber nicht unter einem blauen Himmel, sondern unter einem, der bedrohlich schwarz verfärbt ist. „Das soll zeigen, wie bedroht Umwelt und Natur sind, auch wenn sie intakt scheinen“, sagt Nentwig. Seine Bilder sind bis zum 6. Oktober in der Bank zu sehen. Sollten Werke verkauft werden, so der Fotograf, gehe der Erlös zur Hälfte an den Verein Compassion, der sich um Kinder auf der immer wieder von Naturkatastrophen schwer getroffenen Insel Haiti kümmert.