BAD ZWISCHENAHN/HELLE - Neugierig waren sie schon, die vielen Besucher auf der Anlage des Reitclubs (RC) Helle. Was sie am Sonntag dort zu sehen bekamen, war zumindest für Niedersachsen und natürlich auch für das Ammerland einmalig und ganz neu. Ihnen wurde die klassisch portugiesische und barocke Reitweise vorgestellt.

Die Idee zu dieser Präsentation der klassischen und ursprünglichen Reiterei hatte Birgit Waetcke-Rach. Sie lernte das klassisch-barocke Reiten in München kennen und war davon so angetan, dass sie diese Form der Reiterei auch hier bekannt machen wollte. Unterstützt wurde sie dabei vom RC Helle/Bad Zwischenahn, der seine Anlage dafür zur Verfügung stellte, und natürlich vom Regionalverband Nord für Klassisch-Barocke Reiterei.

Dessen Vorsitzender, Manfred Claus aus Schwarz in Mecklenburg-Vorpommern, war von der Resonanz sehr angetan. Zu dem am Samstag durchgeführten Turnier mit Prüfungscharakter, aber ohne Platzierungen, meldeten sich 46 Interessenten aus dem gesamten norddeutschen und ostdeutschen Raum an. Die Präsentation am Sonntag umfasste dreizehn Showprogramm-Punkte, an denen vor allem der Ausbildungsbeauftragte für klassisch-barocke Reiterei, Werner Girrulat aus Walsrode, mitwirkte.

Die klassisch-barocke Reiterei, die ihren Ursprung in Portugal hat, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Übungen ohne Gewalt und mit Achtung vor dem Partner Pferd einstudiert werden. Es ist eine systematisch langsame Ausbildung von Dressurelementen an der Hand und auf dem Rücken der Pferde unter dem Aspekt, dass die Pferde gesund alt werden. "Das Pferd soll Freude an der Arbeit haben und mitmachen und nicht als Sportinstrument verschlissen werden", so Claus.

Sonja Hoffmann aus Wardenburg, die sich am Sonntag aktiv mit einigen Vorführungen in Helle beteiligten, gehört zu den vielen Zuläufen, die diese Form der Reiterei in den letzten Jahren auch im Norden zu verzeichnen hat. Sie ritt früher die ganz normale englische Dressur und hat sich seit gut drei Jahren dieser Form der Reiterei verschrieben. "Die Einstellung gegenüber dem Pferd wird kameradschaftlicher und es wird nur wirklich das abverlangt, was vom Pferd auch wirklich geht", konnte sie feststellen.