BAD ZWISCHENAHN - Viel zu lachen hatte das Publikum bei der Open-Air Comedy-Premiere „Komische Nacht“ im Park der Gärten. Unter’m Zeltdach boten in der Reihe „Zu Gast im Park“ die Comedians Keirut Wenzel, Michael Steinke, Daniel Reinsberg neben Kabarettist Kai Spitzl einen Querschnitt der aktuellen deutschen Comedy- Szene. Die Künstler brachten ein facettenreiches, spritziges und witziges Programm auf die Bühne, bei dem fast kein Thema ausgelassen wurde.

In ihrem dreistündigen Programm nahmen die Comedians Alltägliches sowie Politisches kritisch unter die Lupe. Dabei beleuchteten sie mit Wortwitz und Komik so manchen Lebensbereich und trafen mit frechen kritischen Texten ins Schwarze.

Unterhaltsam durch den Abend führte der Komiker Thiess Neubert. Er stammt aus Bad Zwischenahn und lebt mittlerweile in München. Zum Großstadtflair fehle in Rostrup nur noch eine U-Bahnstation, meinte er und ließ sich über Themen wie Sauna-Untensitzer oder Schattenparker aus.

Der Komödiant Michael Steinke aus Düsseldorf nahm das Publikum mit auf einen Streifzug durch die 70-er Jahre. Stilecht im beigen, viel zu großen Cordanzug erzählte er vom motorlosen Staubsauger, dem Teppichdackel, von Sinne vernebelnden Mustertapeten oder wie er sich als Laborratte der Elternpädagogik fühlte.

Auch als Vorläufer der Fernsehfernbedienung habe er Erfahrung, denn seine Mutter habe ihm immer befohlen: „Schalt mal um!“ Mit seinem gekonnt gesungenen Blues vom „Staubtuch“ hatte er das Publikum endgültig auf seiner Seite.

Aus Köln präsentierte Keirut Wenzel Alltägliches aus wissenschaftlicher Perspektive – frisch, frech und spritzig. So nahm Wenzel die Internetsucht auf die Schippe und war sich sicher: „In Zukunft werden nur noch zehn Prozent online sein, der Rest hat sein Passwort vergessen.“

Ebenfalls aus Köln kam der Kabarettist Kai Spitzl. Sein Auftritt im schwarzen Anzug und schwarzer Krawatte ließ schon erahnen, wo es lang ging, „nämlich dahin, wo es wehtat“. Er nahm das Publikum mit auf eine verbale Kreuzfahrt durch die Republik und sparte dabei nicht mit hintergründigen Bosheiten. Ob Medien, aktuelles Geschehen, Fußballer, Kirche oder Kreuzfahrttourismus – nichts war vor ihm sicher.

So riet er: „Gucken Sie mal einen Nachmittag fern, dann wissen Sie, warum das Gerät Flachbildschirm heißt.“ Auch Promis wurden durch den Kakao gezogen. Bei Model und Moderatorin Heidi Klum habe, behauptete Spitzl, die Firma Persil-Henkel angerufen und gefragt, ob zu ihrem „Seal“-Tattoo jetzt die Vorsilbe „Per“ komme.

Auch der Auftritt des Multitalents Daniel Reinsberg gefiel dem Publikum. Nicht nur als Sänger von komischen Short- Songs, sondern auch als Bauchredner hatte der farbige Berliner die Lacher auf seiner Seite. So unterhielt er sich mit einem Waschlappen, der sich unglücklich in das Shampoo „Wash and go“ verliebte.

Dass das Publikum sich bei der „Komischen Nacht“ gut amüsierte, zeigte der lange Beifall, und manchem wird sicher auch der Rückweg durch den romantisch beleuchteten Park in Erinnerung bleiben.