BAD ZWISCHENAHN - Einen erneuten Beweis, dass auch deutscher Soul und Blues funktioniert, erbrachte am Freitagabend „Deutschlands Soulstimme Nummer eins“, der Hamburger Sänger Stefan Gwildis, auf der Pavillon-Bühne im Bad Zwischenahner „Park der Gärten“. Er verzichtete in seinem Konzert auf eine große Band und wurde nur von seiner eigenen Gitarre, dem Cellisten Hagen Kuhr und dem Gitarristen Matthias Strass begleitet, und beeindruckte die weit über 500 Besucher und Fans mit brillanten Interpretationen internationaler Songs, die er durch Eigenkompositionen ergänzte und mit viel Gefühl an die Fans vermittelte. Er sang nicht nur, vielmehr durchlebte er jeden Song mit einem großen musikalischen Gespür.
Dass man einige Instrumente auch „singen kann“ stellte Gwildis zu Beginn seines Konzerts bei der Wiedergabe von Kontrabass und Schlagzeug heraus. In seinem Intro äußerte er sich in seiner altbekannten Kabarettart zudem witzig zu Bad Zwischenahn, unter anderem sei es „der Ort, mit der größten Auswahl an Seniorentellern“, um dann mit „Heut ist der Tag, an dem alles geht“ den Soul- und Bluesabend zu starten.
Seine gespielten und gesungenen Versionen waren nicht nur reine Übersetzungen, sondern vielmehr ein ersichtlicher, gefühlvoller Soul für seine deutschsprachigen Fans. Der völlig ausverkaufte Park-Pavillon bewies, dass Stefan Gwildis sein Publikum zu begeistern versteht, was auch durch einige träumerische Seufzer seiner weiblichen Fans erkennbar wurde, besonders dann, wenn er in den Reihen des Publikums die Damen seine Lieder singen lies.
Auch überraschte er mit Titeln, die im engeren Sinne nichts mit Soul zu tun haben, wie „Zieh den Mantel aus“ nach „Take off your clothes“ von Joe Cocker. Der Sänger vermittelte den Parkbesuchern das Gefühl, dass er selbst den größten Spaß bei seinem Konzert empfand. In seinem abschließenden „Mitsingpart“ hielt es die Fans nicht mehr auf ihren Stühlen. „Ihr wollt noch nicht nach Hause?“ war die Frage zur Einforderung einiger Zugaben, die voll ausgekostet wurde. Seinen „Soul der schwarzen Stimme“ verstand man auch in Bad Zwischenahn bestens. „Stefan Gwildis live ist ein Erlebnis der besonderen Art“ hieß es zum Schluss bei den Besuchern.
