BAD ZWISCHENAHN - Manfred Hausin lächelt zufrieden. Nach Bad Zwischenahn komme er immer wieder gern. Hausin ist der Erfinder der Langen Nacht der Poesie. Am kommenden Sonnabend, 30. Oktober, findet im Hotel am Meer zum 14. Mal der lange kulturreiche Abend mit Musik, Satire und Kleinkunst statt. Es werden „Laway“, die ostfriesische Folklegende, Anne Kling mit ihrem Fußtheater, die Poetin Imme Koch, Iko Andrae mit Liedern und Texten von Oswald Andrae, Singer und Songwriter Danny Dziuk und die „Grande Dame“ des Akkordeons Lydie Auvray auftreten. Und natürlich Erzpoet und Eulenspiegel Manfred Hausin selbst auch.

Rund 230 Gäste finden Platz, um 19 Uhr beginnt das mehrstündige Programm. Hausin gefallen die Abende in Bad Zwischenahn immer sehr: „Die Gäste werden an ihren Tischen bedient – es entsteht eine richtige Varieté-Atmosphäre.“ Die viereinhalb Stunden sind in zwei Teile geteilt. „Wir sind immer um einen Spannungsbogen bemüht“, so Hausin. Das dies immer gut gelungen ist, zeigen nicht nur die ausverkauften Veranstaltungen der vergangenen Jahre, sondern auch dass die Karten immer schnell weg sind.

Organisiert wird der lange poetische Abend von dem Verein der Kunstfreunde Bad Zwischenahn. Vorstandsmitglied Meike Wiegand-Warntje ist überzeugt davon, dass auch die 14. Auflage ein Erfolg wird. Trotz mancher Sparmaßnahmen werde an der Langen Nacht wohl nicht gerüttelt. Hans-Peter Verse, 2. Vorsitzender der Kunstfreunde: „Diese Veranstaltung ist eines der Aushängeschilder.“

Manfred Hausin erklärt den Reiz des Abends: „Es soll viele poetische Momente geben, wozu auch Literatur gehören kann. Aber wir stehen mit beiden Beinen auf der Erde.“

Der diesjährige Abend bietet eine besondere Mischung. Es werden Autoren da sein wie Manfred Hausin oder Imme Koch. Sie liest Nachdenkliches, Anstößiges, Anrühriges. Alles selbst geschrieben. Für den musikalischen Part sorgen gleich mehrere Künstler. Da wären die Mitglieder von „Laway“ Petra Fuchs, Tilo Helfensteller, Jörg Fröse und Gerd Brandt. Sie zeigen, dass die Friesen eine lebendige Volksmusiktradition haben. Danny Dziuk spielt bekannte Lieder (etwa von Tom Waits) und beweist sein Talent als Texter.

Iko Andrae hat sich der niederdeutschen Lyrik seines Vaters Oswald Andrae angenommen und eine ganze Reihe von Texten vertont. Für Aufhorchen wird Lydie Auvray sorgen, die Französin, die seit Jahrzehnten auf der Bühne steht und in Deutschland lebt, ist bekannt für ihren virtuosen Umgang mit dem Akkordeon.

Anne Kling wird auf dem Rücken liegend performen. Denn sie spielt Theater mit Hand und Fuß. Bei ihrem Ein-Frau-Auftritt verwandeln sich Füße in Köpfe – und Hände bleiben Hände.

„Ich stelle die Künstler zusammen, aber wer welche Sachen aufführt, spielt oder liest, weiß ich nicht. Ich kenne die Künstler nur so gut, dass das schon passen wird.“ Ach ja. Einen Überraschungsgast soll es auch noch geben.