BAD ZWISCHENAHN - Mal ernst, mal heiter und manchmal auch nachdenklich, das sind die Schilderungen, die Grete Dirks (1918 – 2009) zu Papier brachte. Am Sonnabend würdigte der Verein für Heimatpflege das Wirken der früheren Bad Zwischenahner Gewerbelehrerin. Bauernhausschauspielerin Sabine Krüger erfreute bei Tee und Vesper mit plattdeutschen „Geschichten aus der „guten“ alten Zeit im Speckener Museum die Gäste.
Die von Grete Dierks verfassten plattdeutschen Darstellungen leben von einer genauen Beobachtungsgabe, anschaulich und präzise geschrieben. Sie wurden von Sabine Krüger nicht nur vorgelesen. Aus ihrem Mund erschienen die qualitativ hochwertigen Geschichten lebendig. Gebannt lauschten die rund 60 Zuhörer ihren Worten und ließen sich von der feinsinnigen Vortragsart mitreißen. Mit ihren Aussagen bewies Grete Dierks, dass Plattdeutsch keinesfalls altmodisch ist. Darin, teils in Versform, kommt der hintersinnige Humor, ob beispielsweise der Vergleich des „Telezoos mit dem Pflegeheim“, „Watt de Buur nich kennt“ oder das Erlebnis mit dem „Sex-Kornbrot“, nicht zu kurz .
„Ähnlichkeiten mit Lebenden oder Verstorbenen sind gewollt“, betonte Ursula Dresel, Leiterin des Web- und Spinnkreises, in ihrer Begrüßung. Berichtet wird unter anderen über Wilfried Fischer, Fachbereichsleiter Bürgerservice im Rathaus, der als Kind gemeinsam mit seinen Brüdern „nix as dumm Tüch in de Kopp har“. Auch Almuth Neumann, langjährige Vorsitzende der Landfrauen, findet sich bei einem Ausflug mit den Damen beim „anstrengenden Austernessen“ wieder.
Der Verein für Heimatpflege sieht seinen Zweck auch in der Pflege der heimischen Sprache. Mit dieser Vortragsveranstaltung ist ihm das voll gelungen. Das Fazit des Publikums war einhellig: Die Zuhörer freuen sich bereits auf geplante weitere Lesungen im Heimatmuseum, das für solche Veranstaltungen eine einmalige Kulisse bietet.
Grete Dierks war zu ihren Leibzeiten selber Mitglied des Heimatvereins und leitete vor Ursula Dresel von 1980 bis 1991 den Spinn- und Webkreis. Sie war die Mutter des früheren Bürgermeisters und Leiters der Realschule, Detlef Dierks.
Im Anschluss an die „Vesperlesung“ wurden die Gäste noch zu einer Führung durch das Museum eingeladen.
